Deutsche Bahn: Pünktlichkeit unter Druck durch Sabotageakte
Die Deutsche Bahn hat im September mit erheblichen Herausforderungen in Sachen Pünktlichkeit zu kämpfen gehabt. Die beeindruckend niedrige Quote von 55,3 Prozent bei den Fernzügen zeigt deutlich, dass fast jeder zweite Zug verspätet ankam. Diese Zahl stellt einen Rückschritt um ganze sieben Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahresmonat dar und verdeutlicht die Problematik.
Eine Verspätung wird bereits ab sechs Minuten gemessen, wobei Zugausfälle in dieser Statistik keine Berücksichtigung finden. Reisende mussten ebenfalls Einbußen hinnehmen, denn die sogenannte Reisendenpünktlichkeit, die Verzögerungen von maximal 14 Minuten und 59 Sekunden erfasst, fiel ebenfalls auf 61,9 Prozent. Dies ist ein erneuter Rückgang um sechs Prozentpunkte im Vergleich zu 2022.
Der Rückgang der Pünktlichkeit geht nicht nur auf die intensive Bautätigkeit zurück, sondern vor allem auf Vandalismus und gezielte Sabotageakte. Besonders hervorzuheben ist der Vorfall in der zweiten Septemberhälfte, bei dem durchtrennte Bahnkabel die Verbindung zwischen den Metropolen Düsseldorf und Köln empfindlich störten. Ein weiterer drastischer Vorfall war der Brandanschlag auf ein Stellwerk bei Hannover, welcher beträchtliche Verspätungen bei Hunderten Fernzügen zur Folge hatte und zehntausende Reisende traf.
Dass das angestrebte Pünktlichkeitsziel von 65 bis 70 Prozent in diesem Jahr verfehlt wird, überrascht in Anbetracht dieser Umstände kaum. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hatte dieses Ziel kürzlich als unrealistisch bezeichnet. Die aktualisierte Zielvorgabe des Bundes sieht nun vor, bis Ende 2029 eine Pünktlichkeit von mindestens 70 Prozent zu erreichen.

