Deutsche Bahn investiert massiv in den Ausbau des Frankfurter Knotens
Der Wegfall von Verspätungen am Frankfurter Hauptbahnhof steht im Fokus der Deutschen Bahn, die mit weitreichenden Bauvorhaben Abhilfe schaffen will. Ab dem kommenden Jahr wird eine zusätzliche Brücke über den Main errichtet, um den Verkehr zu entlasten. Die Schritte dafür sind bereits deutlich hörbar im westlichen Teil Frankfurts.
Zwei bestehende Bahnbrücken queren den Fluss, wovon eine aus dem Jahr 1882 stammt und ersetzt werden muss. Die Pläne gehen jedoch weit darüber hinaus: Eine neue Brücke wird hinzukommen, sodass S-Bahn-, Regional- und Fernverkehr in Zukunft auf eigenen Gleisen geführt werden können, erklärt Projektleiter Marcel-Michael Poths. Die Beeinträchtigungen für den Zugverkehr sollen dabei minimiert werden.
Mit Probebohrungen im Stadtteil Niederrad wird geprüft, wie tief die Fundamente reichen müssen. Sandschichten, Kies und Ton treten dabei ans Tageslicht, was die Bauplanung unterstützt. Die Arbeiten an der neuen Brücke sollen Anfang nächsten Jahres starten und bis Ende 2028 abgeschlossen werden. Das Ziel: eine optimierte Verkehrsführung am Frankfurter Bahnknoten, einem der meistgenutzten in ganz Deutschland.
Bis 2032 sollen alle Bauvorhaben an der Strecke zum Frankfurter Hauptbahnhof finalisiert sein, mit einer Investition von einer halben Milliarde Euro. Anderorts beeinflussen Baumaßnahmen den Zugverkehr stärker. So ist die wichtige S-Bahnstrecke zwischen dem Frankfurter Osten und Offenbach teilweise voll gesperrt, um den Brandschutz zu verbessern.
Zusätzlich wird die Strecke Hanau-Gelnhausen auf vier Gleise erweitert, was am Bahnhof Gelnhausen bereits spürbar ist. Erste Arbeiten zur neuen nordmainischen S-Bahn sind ebenfalls gestartet. Darüber hinaus plant die Bahn einen Fernbahntunnel unter Frankfurt, der zu neuen unterirdischen Gleisen des Hauptbahnhofs führen soll. Die Fertigstellung ist für die frühen 2040er Jahre vorgesehen, bei Kosten von rund 3,6 Milliarden Euro.

