Der Planet hat Fieber: Klimawandel treibt Kosten durch Naturkatastrophen in die Höhe
Die Munich Re, einer der führenden Rückversicherer der Welt, warnt vor den steigenden Kosten durch Naturkatastrophen, die durch die globale Erwärmung verschärft werden. Laut ihren Einschätzungen beliefen sich die weltweiten Gesamtschäden durch Naturereignisse im vergangenen Jahr auf 224 Milliarden Dollar. Trotz des unterdurchschnittlichen Jahres liegt der Grund vor allem in der eher glimpflich verlaufenen Hurrikan-Saison, die die USA verschonte.
Besonders betont werden von den Geowissenschaftlern die steigenden Schäden durch sogenannte 'Sekundärgefahren' wie Überschwemmungen, Schwergewitter und Waldbrände. 2025 stellte sich mit 166 Milliarden Dollar als das bisher teuerste Jahr in dieser Kategorie heraus. Tobias Grimm, Chef-Klimawissenschaftler bei der Munich Re, hebt hervor, dass der Klimawandel die Intensität von Wetterextremen verstärkt.
Ein Beispiel für die gravierenden Auswirkungen des wärmeren Klimas sind die verheerenden Waldbrände in Los Angeles, die sich im letzten Jahr als die kostspieligste Naturkatastrophe erwiesen und Schäden in Höhe von 53 Milliarden Dollar verursachten. Von diesen waren 40 Milliarden Dollar versichert – eine Summe, die vor einigen Jahren undenkbar erschien. Die vergangenen drei Jahre verzeichneten zudem Rekordtemperaturen seit Beginn der Aufzeichnungen.
Traditionell sind es tropische Wirbelstürme, die besonders hohe Schäden verursachen, doch 2025 verlief die Hurrikan-Saison relativ glimpflich. Zwar bildeten sich unter anderem im Nordatlantik 13 benannte Stürme, darunter drei der höchsten Kategorie, doch kein Wirbelsturm traf direkt auf die USA. Trotz überdurchschnittlich hoher Meerwassertemperaturen entging die US-Ostküste schlimmsten Zerstörungen.
Asien und der Pazifikregion erlitten ebenfalls erhebliche Verluste, vor allem aufgrund eines Erdbebens in Myanmar, das 12 Milliarden Dollar an Schäden verursachte. Europa kam hingegen vergleichsweise glimpflich davon, trotz einer Kältewelle in der Türkei und schweren Hagelstürmen in Teilen Mitteleuropas. Insgesamt beziffert die Munich Re die Schäden in Europa auf 11 Milliarden Dollar.
Die Erkenntnisse sind für Versicherungsunternehmen von großer Bedeutung, da sie der Risikobewertung und Anpassung der Beiträge dienen. Gleichzeitig verdeutlichen sie die wachsende Herausforderung für Gesellschaften weltweit, sich auf die verstärkenden Auswirkungen des Klimawandels vorzubereiten.

