Der Luftverkehr auf dem Prüfstand: Klimaziele bleiben außer Reichweite
Eine aktuelle Studie offenbart, dass der globale Luftverkehr auch im Jahr 2024 die ehrgeizigen Pariser Klimaziele nicht erreicht. Trotz einer Verbesserung der CO2-Effizienz um 7,5 Prozent seit 2019, der Zeit vor der Pandemie, liegt der jährliche Fortschritt von 1,5 Prozent deutlich unter den Zielvorgaben der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO. Anlass zur Veröffentlichung der Studie bot die Weltklimakonferenz in Brasilien, bei der besonders der Druck auf die Luftverkehrsindustrie erhöht wurde, nachhaltigere Maßnahmen zu ergreifen.
Dietrich Brockhagen, Geschäftsführer der Umweltorganisation Atmosfair, mahnt und fordert die Einführung einer Sonderabgabe für Business- und First-Class-Tickets. Diese luxuriöseren Reisekategorien belasten das Klima um ein Vielfaches mehr als einhundertprozentige Economy-Flüge, und viele Länder, darunter Frankreich, Spanien und Kenia, haben solche Initiativen bereits ins Auge gefasst. Trotz jahrzehntelanger Beteuerungen der Flugbranche bleibt die erhoffte Trendwende im Klimaschutz noch aus.
Eine wesentliche Hoffnung liegt nach wie vor in der Modernisierung der Flugzeugflotten, die jedoch aufgrund von Lieferschwierigkeiten bei Boeing und Airbus ins Stocken gerät. Airlines, die dennoch in modernes Fluggerät investieren konnten, verzeichnen deutlich niedrigere CO2-Emissionen. In Deutschland schafft es Tuifly, gefolgt von Condor und Lufthansa, auf die vorderen Ränge der Umweltbewertung. Atmosfair hat den CO2-Ausstoß pro Kilometer und Passagier analysiert und festgestellt, dass besonders Fluggesellschaften punkten, die moderne und gut ausgelastete Maschinen einsetzen.

