Investmentweek

Der Kobalt-Schock: Kongos Exportstopp wirft Batterie-Märkte ins Chaos

27. Februar 2025, 15:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Ein globaler Rohstoff-Schock: Die Demokratische Republik Kongo stoppt Kobaltexporte und bringt die Batterie-Industrie ins Wanken. Welche Folgen hat der Exportstopp für Elektroautos, Investoren und den geopolitischen Rohstoffmarkt?

Ein Markt unter Druck – und eine Regierung, die eingreift

In einem beispiellosen Schritt hat die Demokratische Republik Kongo (DR Kongo) die Exporte von Kobalt ausgesetzt. Die Begründung: Der Preisverfall des Metalls gefährde sowohl die heimische Wirtschaft als auch die Zukunft der Branche.

Seit Jahren steigert das Land, das über 70 Prozent des weltweiten Kobalts fördert, seine Produktion – doch die Nachfrage kann mit dem rasant wachsenden Angebot nicht Schritt halten. Nun setzt die Regierung auf drastische Maßnahmen, um den Markt wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Die Konsequenzen sind enorm. Kobalt ist eine essenzielle Komponente für Lithium-Ionen-Batterien, die in Elektrofahrzeugen, Smartphones und Laptops verwendet werden. Der plötzliche Exportstopp dürfte sich auf Autohersteller, Tech-Unternehmen und Investoren gleichermaßen auswirken. Besonders China, das den globalen Kobaltmarkt dominiert, steht vor Herausforderungen.

Doch die Entscheidung der kongolesischen Regierung wirft viele Fragen auf: Wird der Markt tatsächlich stabilisiert – oder schafft das Land nur Unsicherheit? Und was bedeutet der Schritt für den globalen Wettlauf um kritische Rohstoffe?

Warum der Kobalt-Markt außer Kontrolle geraten ist

Die Kobaltpreise sind in den vergangenen Jahren dramatisch gefallen. Während die Nachfrage nach Batterien weiterhin hoch ist, hat das übermäßige Angebot aus Kongo den Markt überschwemmt.

Der Hauptverantwortliche: Die chinesische CMOC Group Ltd., die ihre Produktion in den letzten Jahren massiv ausgeweitet hat und mittlerweile über 40 Prozent des globalen Kobaltangebots stellt. Noch vor wenigen Jahren dominierte der Schweizer Rohstoffriese Glencore den Markt – doch das hat sich grundlegend geändert.

Chinesische Unternehmen kontrollieren über 60 % der Kobaltförderung in Kongo. Doch die Regierung in Kinshasa setzt den Export aus – ein Risiko für Pekings Dominanz auf dem Rohstoffmarkt.

Mit dem Preissturz von über 70 Prozent innerhalb eines Jahres – das Kobalt-Benchmark liegt mittlerweile unter 10 Dollar pro Pfund – sind viele Bergbauunternehmen unter Druck geraten. Die Regierung in Kinshasa sieht sich nun gezwungen zu handeln, um ein noch größeres Desaster zu verhindern.

Die jüngste Entscheidung der Behörde für die Regulierung und Kontrolle der Märkte für strategische Mineralien (ARECOMS), Exporte bis auf Weiteres zu stoppen, hat weitreichende Folgen.

„Die Stabilität des Marktes ist entscheidend“, sagte ARECOMS-Präsident Patrick Luabeya. „Ohne ein Eingreifen riskieren wir den Zusammenbruch einer Schlüsselindustrie unseres Landes.“

Welche Folgen hat der Exportstopp?

  1. Schockwellen für die Batterie-Industrie
    Der plötzliche Kobalt-Engpass könnte die Preise für Lithium-Ionen-Batterien kurzfristig in die Höhe treiben. Besonders europäische und US-amerikanische Hersteller sind betroffen, da sie ohnehin unter dem wachsenden Konkurrenzdruck aus China leiden.
  2. Chinas Dominanz wird herausgefordert
    Mehr als 60 Prozent der weltweiten Kobaltnachfrage entfällt auf China, das zudem die meisten Verarbeitungsanlagen für das Metall besitzt. Während sich Peking bisher als größter Gewinner der Rohstoffkriege positionierte, könnte der plötzliche Exportstopp neue Unsicherheiten in die chinesische Industrie bringen.
  3. Europas „grüner Wandel“ gerät ins Wanken
    Die EU hat sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt – doch ohne eine stabile Rohstoffversorgung bleibt die Transformation hin zur Elektromobilität eine Herausforderung. Die Abhängigkeit von Kobalt aus Kongo ist ein Risiko, das nun schmerzlich deutlich wird.
  4. Rohstoffspekulanten profitieren
    Während Batteriehersteller zittern, wittern Spekulanten ihre Chance. Der plötzliche Angebotsschock könnte den Kobaltpreis an den Märkten explodieren lassen, was vor allem Rohstoffhändler wie Glencore oder Trafigura in die Karten spielt.

Glencore, Tesla, Apple – wer steht jetzt unter Druck?

Die Nachricht aus Kinshasa hat in der Industrie für Unruhe gesorgt. Besonders betroffen sind große Abnehmer wie Tesla, Apple, Samsung und Volkswagen, die auf eine gesicherte Kobaltversorgung angewiesen sind. Auch Rohstoffgiganten wie Glencore oder die kasachische Eurasian Resources Group (ERG) müssen ihre Strategien überdenken.

Glencore, das einst als weltweit größter Kobalt-Produzent galt, hat sich bislang nicht offiziell zum Exportstopp geäußert. Doch intern wird die Entwicklung mit großer Sorge verfolgt. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren stark in die kongolesische Förderung investiert und steht nun vor massiven Unsicherheiten.

Auch Tesla und Apple, die sich zunehmend von Kobalt unabhängig machen wollen, geraten unter Druck. Während Apple bereits seit Jahren an einer Lieferkette arbeitet, die auf recyceltes Kobalt setzt, bleibt Tesla weiterhin stark von der Primärproduktion abhängig. Sollte sich der Kobalt-Engpass verstetigen, könnte dies zu steigenden Kosten für Elektroautos führen.

Geopolitik im Rohstoffkrieg: Wer profitiert vom Kongo-Engpass?

Die strategische Bedeutung von Kobalt geht über wirtschaftliche Aspekte hinaus – sie ist auch eine Frage der Geopolitik. Die DR Kongo ist nicht nur der weltweit größte Lieferant des Metalls, sondern auch Schauplatz eines globalen Machtkampfs zwischen China, den USA und Europa.

China hat sich in den letzten Jahren die Kontrolle über große Teile der kongolesischen Kobaltminen gesichert. Mit der Dominanz von CMOC ist das Land der wichtigste Akteur in diesem Markt – und der Exportstopp trifft vor allem die chinesische Industrie.

Für die USA und Europa könnte sich hier eine Chance ergeben, sich von der Abhängigkeit von Kongo und China zu lösen. Doch kurzfristig fehlt es an Alternativen. Die meisten Kobaltreserven befinden sich in instabilen Regionen wie Russland oder Madagaskar, während westliche Unternehmen bisher kaum in die Förderung investiert haben.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt, wie dominant Kongo im Kobaltmarkt ist:

  • 72 Prozent des weltweit geförderten Kobalts stammt aus der DR Kongo
  • Mehr als zwei Drittel der Minen stehen unter chinesischer Kontrolle
  • 60 Prozent der Kobalt-Nachfrage entfällt auf China

Der Exportstopp zeigt einmal mehr, wie verwundbar der Westen in der Rohstoffversorgung ist. Ohne eine unabhängige Strategie könnte der Kampf um kritische Rohstoffe bald eine neue Eskalationsstufe erreichen.

Finanzen / Global
[InvestmentWeek] · 27.02.2025 · 15:00 Uhr
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