Der Kampf gegen den Klimawandel durch Aufforstung: Marc Benioffs Millionen-Investitionen und WEFs widersprüchlicher Kurs
Im Herzen San Franciscos ragt der Salesforce Tower empor, ein Vorzeichen des Wandels, den der Softwaremilliardär und Umweltaktivist Marc Benioff von seinem Büro aus beobachten konnte. Bedrückt von den Auswirkungen eines Waldbrandes, der die Sicht aus den Fenstern seines Turms trübte, initiierte Benioff, zugleich Vorsitzender und Mitgründer von Salesforce, eine hochgesteckte Strategie zur Bekämpfung des Klimawandels.
Sein Plan, bis 2030 eine Billion Bäume zu pflanzen oder zu schützen, wurde Anfang 2020 in Davos präsentiert. Dort, inmitten der Kapitalismuskritik, gab Benioff, der auf der Bloomberg Billionaires Index Liste fast 10 Milliarden Dollar schwer ist, den Startschuss für die Initiative 1t.org, welche von der mächtigen Weltwirtschaftsforum-Plattform unterstützt wird. Mithilfe finanzieller Mittel und weitreichender Kontakte wurden namhafte Unternehmen und Regierungen für das Vorhaben gewonnen.
Jedoch zeigt sich nach vier Jahren und einer globalen Pandemie, dass das Projekt weit hinter den Erwartungen liegt: Weniger als 15% der versprochenen Bäume wurden bislang zugesagt. Zudem ist die tatsächliche Anzahl gepflanzter oder geretteter Bäume schwer zu verfolgen und liegt laut einer Teilbilanz der American Forests deutlich unter der Zielmarke.
Mehr als ein Fünftel der Zusagen von 85 Unternehmen basieren auf dem umstrittenen Markt der Kohlenstoffkompensationen – ein System, das oft auf den Prüfstand gestellt wird. Naturbasierte Lösungen wie die Aufforstung gelten zwar als wichtiger Faktor im Klimaschutz, sollten aber nicht als Ersatz für die Reduktion fossiler Brennstoffe missverstanden werden.
Trotz unterschiedlicher Meinungen und wissenschaftlicher Debatten über die Effektivität von Bäumen im Klimakampf hält Benioff an seinem Vorgehen fest. Er vertraut auf die Natur, unterstützt naturnahe Lösungen und investiert weiterhin in das ambitionierte 1t.org-Projekt.
Der Druck auf Unternehmen, ihre Zusagen einzuhalten und transparent zu berichten, wächst. Bislang scheinen die Fortschritte lückenhaft und uneinheitlich. Salesforce, als einer der Gründer von 1t.org, hat die Selbstverpflichtung, bis 2040 klimaneutral zu sein, und setzt auf Überwachung durch Satellitenbildern, um eine präzisere Erfassung ihrer Projektfortschritte zu gewährleisten.
1t.org, als Teil des UN-Jahrzehnts für Ökosystemrestaurierung, hat sich selbst ein Ablaufdatum bis 2030 gesetzt. Was danach mit den errungenen Fortschritten geschehen wird, bleibt ungewiss. Benioff selbst versichert jedoch, sein Engagement fortzusetzen, bis die Arbeit vollbracht ist. (eulerpool-AFX)

