Der Euro unter Druck: Politische Krise in Frankreich belastet weiterhin
Die europäische Einheitswährung zeigt am Dienstagmorgen erneut Schwäche. Der Euro verzeichnete einen leichten Rückgang um 0,20 Prozent und notierte bei 1,1686 US-Dollar, blieb damit aber oberhalb seines Tiefpunktes vom Vortag. Der politische Wirbelsturm in Frankreich, ausgelöst durch den unerwarteten Rücktritt von Premierminister Sébastien Lecornu, hat die Märkte durcheinandergewirbelt und den Eurokurs beeinträchtigt.
Präsident Emmanuel Macron steht durch die erneuten Forderungen der Opposition nach seinem Rücktritt verstärkt unter Druck. Trotz der Herausforderungen gelang es Macron, sich etwas Spielraum zu verschaffen. Der wieder interimistisch amtierende Lecornu hat nun den Auftrag, bis Mittwochabend Gespräche mit verschiedenen politischen Akteuren zu führen, um mögliche Lösungen aus dieser Krise zu finden. Michael Pfister, Devisenexperte der Commerzbank, kommentierte die turbulente politische Lage in Frankreich mit einem Hauch von Ironie: "Fortsetzung folgt in diesem französischen Chaos also."
Der Euro steht jedoch nicht nur wegen der politischen Instabilität in Frankreich unter Druck: Am Dienstagmorgen veröffentlichte das Statistische Bundesamt überraschend negative Daten zur deutschen Industrie. Entgegen den Erwartungen der Volkswirte gingen die Auftragseingänge im August um 0,8 Prozent zurück, nachdem sie im Juli bereits deutlich gefallen waren. Diese Entwicklung sorgt für zusätzlichen Gegenwind und belastet den Eurokurs weiter.

