Der Euro in der Zinsfalle: Fed-Nominierung stärkt Dollar
Der Euro hat am Freitag im Vergleich zum US-Dollar nachgegeben und fiel unter die Marke von 1,19 Dollar. Die Ernennung von Kevin Warsh zum potenziellen Nachfolger von Jerome Powell als Chef der US-Notenbank durch Präsident Donald Trump verlieh dem Dollar Auftrieb. Am Nachmittag notierte die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,1892 Dollar, nachdem sie am Dienstag noch bei 1,2081 Dollar den höchsten Stand seit 2021 erreicht hatte.
Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1919 Dollar fest, gegenüber 1,1968 Dollar am Vortag. Somit kostete der Dollar 0,8389 Euro, eine leichte Aufwertung gegenüber den Vortagen.
Trumps Vorschlag, den ehemaligen Fed-Gouverneur Warsh für das Amt des Notenbankchefs zu nominieren, sorgte für Unsicherheiten an den Märkten. Warsh, einst als geldpolitischer Falke bekannt, der höhere Zinsen präferierte, zeigte sich kürzlich offen für Zinssenkungen. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, bleibt dennoch vorsichtig: "Ob Warsh tatsächlich den Wünschen von Donald Trump nach niedrigeren Zinsen folgt, bleibt abzuwarten." Er betont die Bedeutung der Stabilität des US-Finanzsystems für das Wohl der USA.
Inflationsdaten aus der Eurozone haben den Eurokurs wenig beeinflusst. Während in Deutschland die Jahresinflation auf 2,1 Prozent anstieg, was über den Erwartungen von 1,9 Prozent lag, sank die Inflationsrate in Spanien stärker als prognostiziert. Die Referenzkurse der EZB für den Euro zu anderen wichtigen Währungen blieben stabil. Der Goldpreis fiel jedoch um etwa 343 Dollar auf 5.032 Dollar je Feinunze.

