Der Druck steigt: Katherina Reiche vor großen Herausforderungen als Wirtschaftsministerin
Die designierte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche wird mit hohen Erwartungen konfrontiert, da Wirtschaftsverbände sie in einer entscheidenden Rolle für die neue Bundesregierung sehen. Deutschland befindet sich im dritten Jahr wirtschaftlicher Stagnation, und eine Rückkehr zu mehr Dynamik wird dringend erhofft, wie der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer, Peter Adrian, betont.
Marie-Christine Ostermann vom Verband der Familienunternehmer hebt die immense Aufgabe hervor, die Reiche in einem verkleinerten Ministerium bevorsteht. Trotz der Reduzierung soll sie die zugesagte Wirtschaftswende einleiten. Reiche, die Robert Habeck nachfolgt, verliert durch die Verlagerung des Klimaschutzes ans Umweltministerium einige Kompetenzen. Zuvor war sie lange im Bundestag und leitete den Energieversorger Westenergie.
Deutschland, das im internationalen Vergleich mit hohen Energiepreisen, einer hohen Steuer- und Abgabenquote sowie einem Bürokratiemonster zu kämpfen hat, sieht sich strukturellen Herausforderungen gegenüber. Die geschäftsführende Bundesregierung rechnet für 2025 mit einem weiteren Jahr ohne Wachstum. Um das zu ändern, braucht es laut Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger mehr Wirtschaftsexpertise in politischen Kreisen.
Kritik und Forderungen nach Reformen kommen aus verschiedenen Richtungen. Ostermann macht deutlich, dass der Bürokratieabbau absolute Priorität haben müsse. Unternehmen verlangen nach schnellen Impulsen von der neuen Regierung – unter anderem bei Steuern und bei der Beschleunigung von Planungsverfahren. Auch Tanja Gönner vom Bundesverband der Deutschen Industrie drängt auf konsequente Reformen ab dem ersten Tag der neuen Amtsperiode. Zur Stabilisierung der Wirtschaft und der Sicherung von Arbeitsplätzen sind zudem zügige Maßnahmen bei Strompreissenkungen, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, unverzichtbar, so Stefan Körzell vom Deutschen Gewerkschaftsbund.

