Der Calwer Shootingstar in der Comedy-Branche sorgt für ausverkaufte Hallen – die Rede ist vom Schwarzwälder Fabi Rommel

26. März 2026, 09:00 Uhr · Quelle: LifePR
Der Calwer Shootingstar in der Comedy-Branche sorgt für ausverkaufte Hallen – die Rede ist vom Schwarzwälder Fabi Rommel
Foto: LifePR
Die Stadt Calw im Abendlicht © Stadt Calw
Fabi Rommel aus Calw feiert mit seiner ausverkauften Comedy-Tour großen Erfolg.

Freiburg, 26.03.2026 (lifePR) - Fabi Rommel ist ein Junge aus Calw, wird im Internet zum Shooting Star der Comedy-Branche und füllt nun immer größere Säle. Seine aktuelle Tour ist ausverkauft, 30 Zusatztermine mussten angesetzt werden. Wie kommt das nur?

Es gibt Karrieren, die auf vielen Zufällen beruhen. Hier eine wichtige Begegnung, dort eine unverhoffte Fernsehsendung, plötzlich der große Durchbruch bei einer Castingshow. Atemberaubende Verläufe mit ebenso atemberaubenden Geschwindigkeiten. Das alles trifft auf Fabi Rommel rein gar nicht zu.

Seine Laufbahn ist das Ergebnis einer ausgefeilten Planung, eines enorm hohen Maßes an Beharrlichkeit und einer handwerklichen Perfektion, die sich hinter einem Gesicht von absoluter Planlosigkeit verbirgt. Dabei ist alles bis ins Detail ausgetüftelt, von Anfang an. Wie ein Holzbildhauer, der an seinem Lebenswerk arbeitet, feilt der 32-Jährige schon seit vielen Jahren an seiner Bühnenkarriere. Seine aktuelle Tour bringt ihn zurück in den Schwarzwald. »Daheim« heißt das Programm. Das Plakat zeigt den Comedian mit Mikrofon, Dreitagebart und einem grünen T-Shirt vor einem Fachwerkhaus. 

In Calw ist alles Fachwerk, hier geht er zur Schule, spielt Fußball, trifft sich mit Freunden, feiert im Verein. Ein Junge vom Land, der Ortsteil, in dem er groß wird, Calw-Holzbronn, ist der dörflichste der ganzen Stadt. 774 Einwohner gibt es hier laut Statistik, auf einen müssen sie seit rund zehn Jahren verzichten: Fabi Rommel. Dass aus ihm mal etwas werden würde, ein berühmter Comedian, hätte damals keiner gedacht. Vor allem nicht er selbst, denn: »Ein Klassenclown «, sagt er im Rückblick, »war ich definitiv nicht.«

Er ist eher der ruhige Typ: schüchtern, wortkarg, angepasst. Fällt in der Schule höchstens durch seltsame Referate auf, zum Beispiel über Abraham Lincoln: »Da haben sie gelacht«, sagt er, obwohl es eigentlich gar nichts zu lachen gab. Er baut es heute in sein Bühnenprogramm ein, erzählt Geschichten aus dem eigenen Leben, die, wenn er sie vorträgt, allesamt höchst skurril klingen. 

Den Alltag ins Absurde verdrehen, auf das stinknormale Dasein einen anderen Blick werfen – das hat er zu einer Kunstform entwickelt. Es hat lange gedauert, bis es so weit war. Geschlagene sechs Jahre probiert er sich auf kleinen Bühnen aus, geht in winzige Clubs, produziert Internetvideos für Social Media, sammelte Follower und jede Menge Erfahrung. Erst im November 2023 startet er seine erste Tour. »Da stand ich schon mindestens tausend Mal auf der Bühne.« 

Die ersten Bühnen sind sehr weit weg: Australien. Er will hinaus in die Welt, raus aus dem Job, den ihm der Vater empfohlen hat. »Technischer Vertrieb, Studium in Aalen.« Was man halt so macht, wenn man keinen Plan hat. Er schwätzt Schwäbisch, wenn er den Papa in seinem Bühnenprogramm zitiert, der Dialekt geht ihm noch immer leicht über die Lippen. Calw liegt im württembergischen Teil des Schwarzwaldes und Aalen auf der Ostalb. Eine Hochschulstadt, in die keiner will, der halbwegs bei Verstand ist: »Der Professor, der uns im vierten Semester unterrichtet hat, war in Wahrheit ein Student aus dem fünften.«

Die Australier haben Humor. Und viele kleine Bühnen mit sogenannten »open mics«, offene Mikrofone. Das bedeutet, dass man für sich und seinen Comedy-Auftritt ein Zeitfenster von zehn oder 15 Minuten buchen kann. Die ideale Gelegenheit, um sich auszuprobieren. Der Arbeitsmigrant aus dem Schwarzwald trägt also den Australiern seine Gags vor. Es ist eine Pleite: »Sie fanden es nicht witzig«, sagt er im Rückblick, »selbst bei meinem Lincoln-Referat haben sie mehr gelacht«. 

Doch er lässt sich nicht entmutigen und lernt vor allem eines: Man kann an seinen Gags arbeiten. Es kommt nicht nur auf den Inhalt an, sondern die Art und Weise, wie man etwas vorträgt. Das Timing ist entscheidend, die Pausen, die Betonung – und ganz allmählich merkt er, wie aus einer lahmen Nummer eine mit immer mehr Witz wird. 

Natürlich hat Calw-Holzbronn keine Open-Mic-Szene. »Die gibt es in Deutschland eigentlich nur in Berlin«, sagt er. Also zieht er 2017 in die Hauptstadt. Verdient tagsüber mit Online-Marketing sein Geld und steht abends in irgendwelchen Hinterhöfen auf der Bühne. Er bemerkt, wie die Geschichten aus dem eigenen Leben allmählich verfangen. 

Wie man Leute zum Lachen bringt, wenn man ihnen auf humoristische Art und Weise Dinge erzählt, die sie selbst schon erlebt haben: Das Passwort vom Finanzamt, per Post verschickt. Die Streber von der ersten Bank »mit ihrem widerlichen 40-Jahresplan«. Der Loser, der auf der Weihnachtsfeier blöde Witze zum Besten gibt. 

Bis 2021 kennt Fabi Rommel eigentlich fast keiner außerhalb der Berliner Clubszene. Kommt er nach Hause in den Schwarzwald, wird er dort von niemanden außerhalb des Freundes- und Familienkreises angesprochen. Er ist der gute Kumpel von früher, der jetzt 
halt irgendwo anders wohnt. 

Das alles ändert sich mit Social Media. Vor allem TikTok macht ihn berühmt. Er produziert viele Kurzvideos mit einer rasant zunehmenden Zahl von Klicks. Bald werden andere Online-Anbieter auf ihn aufmerksam, im Laufe der nächsten zwei Jahre bringt er es auf rund 500.000 Follower. Er produziert für das NDR-Satiremagazin »Extra Drei« und verdient nun auch Geld als Comedy-Autor.

Dann, vor rund zwei Jahren, ist es so weit: Der No-Name-Newcomer geht erstmals alleine auf die Bühne. Ein großer Schritt: Die Social-Media-Gemeinde kennt ihn, doch wird sie auch zu seinen Shows kommen? Und ist sein Programm wirklich gut genug für eine ganze Stunde? »Ich hatte große Angst, dass es nicht läuft«, gibt er heute zu. Nun ist er eben nicht mehr einer von vielen beim Open-Mic-Abend, sondern die Attraktion des Abends. Wenn sie jetzt alle enttäuscht sind, wird es vermutlich keine zweite Tour mehr geben. 

Man hört ihm die Erleichterung noch heute an, wenn er davon erzählt, wie es schließlich gelaufen ist. 40 Vorstellungen gibt es, viele von ihnen sind ausverkauft. Selbst den großen Saal des Theaterhauses in Stuttgart hat er gefüllt – er kann es selbst kaum fassen. Doch was noch viel wichtiger ist: Es hat funktioniert auf der Bühne, die Gags, die er in so vielen kleinen Clubs ausprobiert hat – sie haben auch vor großem Publikum gezündet. 

Es ist halt doch auch Handwerk. Ein Handwerk, das der Komiker Fabi Rommel in all seinen Facetten beherrscht. »Viele machen den Fehler, dass sie zu schnell auf die große Bühne gehen«, sagt er. Dass sie zu laut sind und nicht wirklich bei sich selbst. Er hat sich 
Zeit gelassen, jahrelang – und seinen Stil als lapidarer Storyteller gefunden, der im lakonischen Tonfall das eigene Leben vorüberziehen lässt. Somit stand einer zweiten Tournee nichts mehr im Wege. Sie ist noch erfolgreicher als die erste. Die ursprünglich 
90 Shows, die angesetzt waren, wurden zwischenzeitlich auf 120 erhöht: Zusatztermine, weil der Rest längst ausverkauft ist.

Zwischenzeitlich ist er auch im bürgerlichen Lager angekommen. Der Schwarzwälder Bote hat ihn vor dem Tourneestart gleich zwei Mal interviewt, zumal sein neues Programm ja auch viel mit seiner Herkunft im Nordschwarzwald zu tun hat. In »Daheim« erklärt er den Zuhörern auch das Kleinstadtleben in Calw. Einen Ort, den man vor allem vom Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr kennt und natürlich von Hermann Hesse. Hermann Hesse rauf und runter, er findet’s einigermaßen skurril, weil der doch vor allem eins wollte: weg aus Calw. Die letzten Jahrzehnte seines Lebens ließ sich Hesse überhaupt nicht mehr in der Stadt blicken. Ein Hesse ist Fabi Rommel garantiert nicht, er kehrt immer wieder gerne in den Schwarzwald zurück, trifft Freunde und Familie. Heimweh gehört zu seinen Lebens- und Bühnenthemen. So stellt er vor kleinem Publikum im Calwer Jugendhaus auch sein neues Programm »Daheim« im Frühjahr 2025 vor. Das hätte Hermann Hesse mit seinen Büchern garantiert nicht gemacht. 

Der Fabi aber, der ging ja auch nur deshalb in die Welt hinaus, weil sie in Holzbronn kein offenes Mikrofon hatten. Wäre eine Anregung für die Zukunft und für die nächste Generation von Comedians aus der Schwarzwälder Kleinstadt. Übrigens erkennen ihn inzwischen in Calw immer häufiger nun auch die, die ihn nicht schon immer kannten. Hallo auch, ein kleines Schwätzchen am Rande. Immer im Gespräch bleiben mit den Leuten, könnte ja der Stoff für das nächste Bühnenprogramm sein.

Alle Infos zu Fabi Rommel und Tour-Termine gibt es unter www.fabirommel.com, einen Einblick in seine Kunst unter anderem auf seinem YouTube-Kanal.

Text: Andreas Steidel
Fotos: Fabi Rommel, Mike Wahrlich, Stadt Calw

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[lifepr.de] · 26.03.2026 · 09:00 Uhr
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