Delivery Hero: Glovo stellt spanische Fahrer fest an und rechnet mit finanzieller Belastung
Der Essenslieferdienst Delivery Hero hat bekannt gegeben, dass seine spanische Tochter Glovo im Zuge von Vorwürfen der Arbeitsbehörden künftig alle Fahrer fest anstellen wird. Diese Maßnahme könnte das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von Glovo im kommenden Jahr um etwa 100 Millionen Euro reduzieren. Trotz dieser prognostizierten Belastung erwartet Delivery Hero, dass Glovo im Jahr 2025 ein positives bereinigtes Ebitda erreichen wird. Die Gesamtfirmenerwartungen für das Jahr 2024 bleiben unverändert, wie das Unternehmen mitteilte. Die Nachricht führte dennoch zu einem Rückgang der Delivery-Hero-Aktien um sechs Prozent zu Beginn des Handelstages.
Bisher hatte Glovo seine Fahrer als Selbstständige beschäftigt, was zu Kritik seitens der spanischen Behörden aufgrund vermeintlicher Verstöße gegen das Arbeitsrecht geführt hatte. Infolgedessen plant Delivery Hero, die Eventualverbindlichkeiten im Geschäftsbericht für 2024 auf eine Spanne von 440 bis 770 Millionen Euro zu erhöhen. Zuvor lag diese Zahl zwischen 330 und 550 Millionen Euro. Diese finanzielle Anpassung umfasst Sozialversicherungsbeiträge, mögliche Bußgelder, ausstehende Umsatzsteuerforderungen und andere Zuschläge für den Zeitraum bis Ende 2024, die für Glovo Spanien relevant sind. Rückstellungen sind derzeit nicht vorgesehen, da es nach Ansicht von Delivery Hero keine ausreichende rechtliche Grundlage für die behördlichen Entscheidungen gibt.
Obwohl endgültige rechtliche Entscheidungen noch ausstehen, wird Glovo verpflichtet sein, in den kommenden Jahren die fälligen Beträge schrittweise zu begleichen oder entsprechende Bankgarantien zu stellen. Die erste Verpflichtung zur Zahlung oder Bankgarantie wird frühestens im zweiten Quartal 2025 erwartet.

