Dead Island 3: Finanzberichte enthüllen Release-Fenster und Produktionsstart
Das Zombie-Genre ist schier nicht totzukriegen, und Dambuster Studios reitet gerade auf einer Welle des Erfolgs, die viele nach der turbulenten Entwicklungsgeschichte des Vorgängers für unmöglich hielten. Doch wer gehofft hatte, zeitnah wieder den Baseballschläger zu schwingen, muss sich in Geduld üben. Ein tiefer Blick in die sonst so trockenen Finanzberichte des Studios offenbart nun ein Datum, das in weiter Ferne liegt, aber gleichzeitig die Existenz des Projekts unumstößlich zementiert: Dead Island 3 peilt ein Veröffentlichungsfenster im ersten oder zweiten Quartal 2028 an.
Es ist das erste Mal, dass der Titel offiziell in einem solch bürokratischen Rahmen auftaucht. Der strategische Bericht lässt keine Zweifel offen: Nachdem die Dead Island 2 Ultimate Edition im Oktober 2024 die Regale füllte, verschiebt sich der Fokus der Entwicklerschmiede radikal. Die gesamte Mannschaft wird dem neuen Projekt zugewiesen. Sobald die letzten technischen Anpassungen für die Mac- und Luna-Versionen des Vorgängers abgeschlossen sind, wird auch das Qualitätssicherungs-Team (QA) nahtlos in die Produktion von Dead Island 3 integriert.
Vorproduktion läuft auf Hochtouren
Wir befinden uns laut den Dokumenten bereits mitten in der frühen Produktionsphase – Charakterdesign, Weltenbau und Story-Entwicklung schreiten „zügig voran“. Dass der Hunger nach faulendem Fleisch und satirischer Gewalt ungebrochen ist, belegen die Zahlen: Über 20 Millionen Spielende haben sich seit 2023 durch „HELL-A“ geschnetzelt. Bereits im September streute das Studio subtile Hinweise. Ein Bild zeigte einen Charakter, der per Anhalter das postapokalyptische Los Angeles verlässt, garniert mit dem Spruch: „Wenn in HELL-A kein Platz mehr ist…“. Das Studio selbst verkündete damals kryptisch, man sei bereits „in Arbeit getränkt“. Nun wissen wir: Diese Reise führt uns direkt ins Jahr 2028.
Schatten der Vergangenheit: Das Yager-Desaster
Doch der Weg hierher war gepflastert mit Leichen – und damit sind nicht die Zombies gemeint, sondern eingestellte Konzepte. Martin Wein, ehemaliger Kommunikationschef von Deep Silver, öffnete kürzlich die Büchse der Pandora und sprach über das Beinahe-Aus der Marke. Die ursprüngliche Version von Yager, die jahrelang in der berüchtigten Entwicklungshölle schmorte, hätte das Franchise fast beerdigt. „Boy, that game sucked“, resümierte er drastisch. Trotz eines gefeierten Trailers war das eigentliche Gameplay ein Desaster. Interne Playtests lieferten „horrendes Feedback“. Es fehlte der Spaß, das essenzielle Dead Island-Gefühl. Dass Dambuster das Ruder herumreißen konnte, gleicht einem Wunder, und genau diese Sorgfalt scheint man nun auch dem dritten Teil angedeihen zu lassen – auch wenn es Zeit kostet.


