Dax unter Druck: Marktbewegungen im Einklang mit Inflationssorgen und Zentralbankzukunft
Der deutsche Aktienindex Dax erlebte am Mittwoch eine deutliche Kurskorrektur, nachdem er zuvor ein neues Rekordhoch verzeichnet hatte. Auslöser für die Verunsicherung der Anleger könnten Inflationsängste sowie die Bemerkungen von EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel gewesen sein, die ein Ende des Zinssenkungszyklus andeutete. Die fehlende Unterstützung von den schwächelnden US-Börsen verschärfte die Lage zusätzlich.
Am Nachmittag verlor der Dax 1,17 Prozent und stand bei 22.576,29 Punkten. Der MDax, der die mittelgroßen Unternehmen umfasst, fiel noch deutlicher um 1,95 Prozent auf 27.754,73 Punkte. Auch der EuroStoxx 50 verzeichnete einen Rückgang von 0,9 Prozent. Trotz dieser Rücksetzer hält der Dax aufgrund eines sehr starken Vorjahres immer noch einen Jahresgewinn von 13,4 Prozent.
Marktanalysten warnen jedoch, dass politische Risiken in Deutschland ausgeblendet werden. Eine komplizierte Regierungsbildung nach den bald anstehenden Bundestagswahlen und neue US-Strafzölle könnten die Märkte belasten. Zudem haben Investoren nun vermehrt die deutsche Politik im Blick, nachdem der Fokus monatelang auf den Entwicklungen aus Washington lag, so Lewis Grant von Federated Hermes.
Einige Aktien erlitten merkliche Verluste: MTU musste nach Gewinnmitnahmen einen Rückgang von 5,6 Prozent hinnehmen, obwohl das Unternehmen besser als erwartete Geschäftszahlen vorlegte. Hochtief konnte seine Verluste auf 1,2 Prozent reduzieren, nachdem die Gewinnprognosen niedriger ausfielen als erwartet. Hingegen erlebte SAF-Holland als einer der wenigen Positivträger im SDax ein Kursplus von 2,8 Prozent nach bestätigten Quartalszahlen.
Zudem verzeichnete Heidelberg Materials einen Kursrückgang von 5,7 Prozent nach einer Abstufung durch Morgan Stanley. Noch drastischer traf es Delivery Hero mit einem Minus von 6,9 Prozent nach einer Verkaufsempfehlung durch die Citigroup. Auch Evonik war von einer anhaltenden Korrektur betroffen und fiel um 3,6 Prozent, nachdem Kepler Cheuvreux seine Kaufempfehlung zurückgezogen hatte.

