DAX unter Druck: Drohende US-Strafzölle belasten Märkte
Die Befürchtung eines neuen Handelskonflikts zwischen den USA und Europa setzt den deutschen Aktienmarkt zu Beginn der Woche unter starken Druck. Der DAX, der viele exportorientierte Unternehmen umfasst, wird am Montagmorgen zwei Stunden vor Handelsstart mit einem Minus von etwa einem Prozent bei rund 25.000 Punkten erwartet. Diese psychologisch wichtige Marke rückt damit in den Fokus der Anleger.
US-Präsident Donald Trump hat am Wochenende infolge des Streits um Grönland angekündigt, ab dem 1. Februar Strafzölle von zehn Prozent und ab dem 1. Juni Zölle von 25 Prozent zu erheben. Diese Maßnahmen sollen so lange gelten, bis ein Abkommen über den Kauf Grönlands durch die USA erreicht wird. Betroffen sind acht europäische NATO-Länder, darunter auch Deutschland. EU-Ratspräsident António Costa kündigte an, noch in dieser Woche zu einem Sondergipfel einzuladen, vermutlich bereits am Donnerstag.
„Die Unsicherheit ist zurückgekehrt, und erneut sind es US-Zolldrohungen, die die Märkte in Unruhe versetzen“, kommentierte Thomas Altmann, Analyst bei QC Partners. Er sieht die Gefahr einer einmaligen Eskalation mit Zöllen, Gegenmaßnahmen und weiteren Reaktionen als durchaus real, zumal die EU sich diesmal entschlossen zeigt, nicht nachzugeben. „An den Börsen scheint der Aufwärtstrend vorerst gestoppt“, analysiert Altmann weiter.

