DAX trotzt Skepsis: Wetten auf Kurskorrektur
Während das neue Jahr in die Vollen startet, zeigen sich bemerkenswerte Bewegungen unter Anlegern: Nicht wenige Institutionelle wechseln auf die Short-Seite, was laut Marktexperte Goldberg dem Markt keineswegs schadet, sondern vielmehr in das derzeitige Szenario passt.
In den ersten Januarwochen schien die Nachrichtenlage so dicht, dass man sie fast als ein Quartal voller Ereignisse wahrnehmen könnte. Trotz schwieriger geopolitischer Spannungen und wachsender Bedenken über die Unabhängigkeit der US-Notenbank, ausgelöst durch die Ermittlungen gegen Fed-Chef Jerome Powell, zeigte sich der DAX unbeeindruckt und setzte seinen Aufwärtstrend mit einem temporären Gewinn von bis zu 2 Prozent fort.
Das Vertrauen der institutionellen Investoren in diese Aufwärtsbewegung scheint jedoch zu schwinden, wie der Deutsche Börse Sentiment-Index zeigt, der um 22 Punkte auf -18 gefallen ist. Ein erheblicher Teil der Bären war zuvor noch optimistisch gestimmt, hat aber zugunsten von Gewinnmitnahmen die Fleet gewechselt. Im Gegensatz dazu zeigen Privatanleger, obwohl etwas zurückhaltender, weiterhin Zuversicht und bleiben insgesamt bullisch.
Ein bemerkenswertes Paradox offenbart sich, wenn man die ungebrochene DAX-Stärke betrachtet, trotz der Abkühlung der Marktsentiments. Dieser Widerstandskraft liegt vermutlich in beständigen ausländischen Kapitalzuflüssen begründet, die die Verkäufe heimischer Investoren ausgleichen. Besonders interessant erscheint die Möglichkeit einer Shortsqueeze, sollte der DAX erneut deutlich ansteigen.
Goldbergs Analyse deutet darauf hin, dass trotz der aktuellen Pessimisten nur auf eine Korrektur des DAX spekuliert wird. Sollten Rücksetzer eintreten, wird mit einem Rückzug der Short-Seller und neuer Nachfrage gerechnet, was den DAX weiter stützen könnte. Somit sieht es weiterhin gut aus für den deutschen Leitindex.

