Datenschutz-Dschungel: Deutsche Bürokratie auf dem Prüfstand
Die Datenschutz-Grundverordnung, kurz DSGVO, steht seit jeher im Verdacht, europäische Unternehmen vor Herausforderungen zu stellen und den Arbeitsalltag mit behördlichen Hürden zu erschweren. Sie wird nicht selten in einem Atemzug mit unüberschaubaren Einwilligungserklärungen und allgegenwärtigen Cookie-Bannern genannt. Doch dieses Bild entspricht kaum der Wirklichkeit.
Tatsächlich gelten die Regelungen der DSGVO in der gesamten Europäischen Union, und trotzdem sind Länder wie Estland Deutschland in Sachen digitaler Fortschritt weit voraus. Der Schluss, es liege allein an der DSGVO, greift folglich zu kurz. Der Ursprung des Problems scheint vielmehr in der deutschen Bürokratie verankert zu sein.
Ein Teil der Bürokratielast ist der föderalen Struktur Deutschlands geschuldet. Zudem müssen viele privatwirtschaftliche Unternehmen einen Datenschutzbeauftragten benennen, was nicht etwa durch die DSGVO, sondern durch das Bundesdatenschutzgesetz vorgeschrieben ist. Diese Anforderungen sind maßgeblich hausgemacht und werfen die Frage auf, wie notwendig der damit verbundene administrative Aufwand tatsächlich ist.

