Daimler Truck revidiert Prognosen: Unsicherheiten in Nordamerika belasten
Der Nutzfahrzeugriese Daimler Truck hat seine Jahresprognose nach unten korrigiert. Grund hierfür sind die turbulenten Marktbedingungen in Nordamerika, die durch die Unsicherheiten im Zuge der US-Zöllen hervorgerufen wurden. Vorstandsvorsitzende Karin Radström rechnet mit einem Rückgang der Lkw-Verkäufe in der Region, was sich ebenfalls negativ auf den Gesamtumsatz sowie die Gewinne auswirken könnte.
Trotz der Anpassungen reagierten die Märkte gelassen, da das erste Quartal unerwartet erfreuliche Ergebnisse lieferte. Die Aktie von Daimler Truck konnte sich am Mittwoch dem massiven Druck entziehen und verharrte weitgehend stabil. Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang auf fast 30 Euro im März, erholte sich der Kurs auf rund 39,50 Euro. Die Analysten zeigten sich überwiegend beeindruckt von der operativen Stärke des Unternehmens.
Stimmen aus dem Finanzsektor beschrieben das Quartalsergebnis gar als herausragend, wobei die Bestellungen aus Nordamerika erwartungsgemäß einbrachen. Der neue Ausblick für das Jahr 2025 im industriellen Segment sieht Umsatzrückgänge vor, mit Prognosen von 48 bis 51 Milliarden Euro. Vor Trumps Zollzyklen, die für erhebliche Unsicherheiten sorgten, markierte der Umsatzplan noch 52 bis 54 Milliarden Euro. Diese Unsicherheiten spiegeln sich auch in einem um 29 Prozent gesunkenen Auftragseingang wider.
Dennoch kann der Verlust durch Zuwächse in anderen Regionen teils ausgeglichen werden. Der Rivale Traton, fokussiert auf den europäischen Markt, berichtet hingegen von einem neuen Aufwind bei den Bestellungen. Entsprechend der aktuellen Marktlage wurde die Absatzerwartung für Nordamerika gesenkt. Die Absätze sollen sich auf 155.000 bis 175.000 Stück belaufen, gegenüber den vorhergesagten 180.000 bis 200.000.
Trotz der Herausforderungen hält das Unternehmen an seinen operativen Gewinnmargen fest, die im industriellen Bereich zwischen 8 und 10 Prozent liegen sollen. Im nordamerikanischen Markt schließt man auf 11 bis 13 Prozent ab, trotz schwierigem Umfeld. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern wird nun auf eine Spanne von minus bis plus 5 Prozent um das Vorjahresergebnis von 4,7 Milliarden Euro eingegrenzt, statt eines vorherigen Anstiegs um 5 bis 15 Prozent.
Dennoch übertrafen die ersten drei Monate überwiegend die pessimistischeren Erwartungen. Der Umsatz im Fahrzeuggeschäft fiel um 7 Prozent, während das operative Ergebnis lediglich um 4 Prozent nachgab. In Europa stehen dem Unternehmen jedoch Einschränkungen bevor, da ein umfassendes Sparprogramm weitere Stellenkürzungen nach sich ziehen könnte.

