CZ: Buy-and-Hold-Strategie nicht für alle Kryptowährungen geeignet

Der ehemalige CEO von Binance, Changpeng "CZ" Zhao, hat seine langjährige Buy-and-Hold-Strategie verteidigt, nachdem Kritiker ihm vorgeworfen hatten, Kleinanleger in die Irre zu führen und schädliches Marktverhalten zu fördern.
Kontroverse um Buy-and-Hold-Äußerungen
Zhaos jüngste Kommentare folgten auf einen Beitrag vom 25. Januar, in dem er erklärte, dass nur wenige Handelsstrategien die Buy-and-Hold-Methode übertreffen und dass dies sein eigener Ansatz sei, wobei er betonte, dass es sich nicht um eine Finanzberatung handele.
Diese Aussage stieß auf Widerstand von Nutzern, die argumentierten, dass eine pauschale Buy-and-Hold-Botschaft die hohe Ausfallrate von Krypto-Projekten ignoriere.
Am 28. Januar stellte der Binance-Mitbegründer klar, dass der Rat "offensichtlich nicht für jede Kryptowährung" gelte und dass seine Kommentare durch Angst, Unsicherheit und Zweifel verdreht würden.
Er verglich die Kryptowelt mit früheren Technologiezyklen, in denen die meisten Startups scheiterten, während einige wenige große Gewinne erzielten. "Wenn Sie alle jemals geschaffenen Kryptowährungen kaufen und halten, wissen Sie, wie sich Ihr Portfolio entwickeln wird", sagte CZ und betonte, dass die Auswahl entscheidend sei und Investoren Projekte recherchieren sollten, anstatt alles zu kaufen, was auf einer Börse gelistet ist.
Darüber hinaus wies der 48-Jährige Behauptungen zurück, dass Börsen nur Vermögenswerte mit nahezu sicherem Erfolg listen sollten. In einem Beitrag auf Chinesisch fragte er, ob Nasdaq 1990 nur die besten Internetunternehmen hätte listen sollen, und wies darauf hin, dass zukünftige Gewinner damals nicht vorhersehbar waren. Er fügte hinzu, dass die Unterstützung von Projekten in der Frühphase nicht bedeute, dass Investoren sie kaufen müssten.
Alte Vorwürfe und neue Debatten
Die Debatte weitete sich aus, als langjährige Vorwürfe gegen Zhao wieder aufkamen. Kürzlich bezeichnete der Trader StrongHedge CZ in einem ausführlichen Thread als "größten Betrüger der Krypto-Welt" und wiederholte Anschuldigungen über frühere Marktmanipulationen, Token-Listings und Zhaos Verurteilung in den USA im Jahr 2023 im Zusammenhang mit Compliance-Verstößen. Der Krypto-Podcaster Leonidas schloss sich der Kritik an und beschuldigte CZ, große Summen aus dem Markt zu ziehen und forderte andere auf, ihn zu entlarven.
Diese Behauptungen spiegeln jedoch Meinungen in sozialen Medien wider und wurden vor Gericht nicht bewiesen, abgesehen von Zhaos früherem Schuldeingeständnis.
Andere verteidigten die Krypto-Persönlichkeit. Nutzer Zafer Erel argumentierte, dass CZ Millionen von Nutzern geholfen habe, betrugsbezogene Gelder eingefroren und an Katastrophenhilfe und Forschung gespendet habe, anstatt mit Kundengeldern zu verschwinden.
Der Konflikt entstand kurz nachdem Zhao Händler davor gewarnt hatte, seine Witze als Investitionssignale zu betrachten. In einem Beitrag vom 13. Januar sagte er, dass Meme-Coins, die von seinen beiläufigen Bemerkungen inspiriert wurden, wahrscheinlich zu Verlusten führen würden, was erneut die Krypto-Community spaltete.
Insgesamt hebt die Debatte eine zentrale Spannung in der Krypto-Welt hervor: die Philosophie der offenen, erlaubnisfreien Listung versus Forderungen nach strengeren Qualitätskontrollen, um potenzielle Betrügereien herauszufiltern.

