Cyber-Sorgen bei Humanoid-Robotern: Sicherheitslücke im Unitree G1
Der rapide Fortschritt in der humanoiden Robotik bringt nicht nur beeindruckende Maschinen wie Teslas Optimus oder Bostons Dynamics Atlas hervor. Dennoch zieht der 'kleine' Unitree G1, ein vier Fuß hoher Roboter des chinesischen Herstellers Unitree Robotics, eher leise die Aufmerksamkeit auf sich. Denn mit einem Preis von etwa 16.000 Dollar wird er für Universitäten, Robotik-Clubs und Start-ups erschwinglich und damit auch in diesen Kreisen einsetzbar.
Doch gerade diese neue Zugänglichkeit birgt Risiken. Eine kürzlich veröffentlichte Studie von Alias Robotics enthüllte ernste Schwachstellen in der Sicherheitsarchitektur des G1. Das Team um Víctor Mayoral-Vilches, Mitgründer und wissenschaftlicher Leiter, fand heraus, dass die ambitionierte Sicherheitsarchitektur durch statische Verschlüsselungsschlüssel und nicht zufällige Zufallszahlengeneratoren gefährlich anfällig wird.
Darüber hinaus überträgt der Roboter ohne Wissen der Nutzer Daten wie Videos, Audio und Bewegungsdaten an externe Server. Dieser Missstand könnte gegen Datenschutzgesetze wie die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU verstoßen, abhängig von Einsatzort und -weise. Zudem basiert der G1 auf veralteter Software wie ROS 2 Foxy, deren Sicherheitsupdates bereits eingestellt wurden. Frühere Entdeckungen eines undokumentierten Fernzugriffs auf den Roboterhund Go1 von Unitree untermauern die Bedenken.
Der Wettlauf um humanoide Roboter erstreckt sich global und wird von Unternehmen wie Figure, Tesla, Wandercraft und Nvidia vorangetrieben. Marktforscher von Goldman Sachs prognostizieren ein Marktvolumen von 38 Milliarden US-Dollar bis 2035. Mit zunehmender Verbreitung der Roboter wachsen auch potenzielle Risiken, wie die Studie zeigt: Was bei einem Einzelgerät eine Kuriosität bleibt, wird bei tausend Geräten zu einem systemischen Risiko.
Für Mayoral-Vilches ist klar: Die Kombination aus körperlicher Präsenz, Konnektivität und Autonomie stellt eine Bedrohungslandschaft dar, die nur durch Künstliche Intelligenz abgesichert werden kann. Der Unitree G1 ist derzeit zwar noch ein Laborobjekt, doch lassen seine neugierigen Augen und sein etwas wackliger Gang schon jetzt erahnen, dass die Zukunft der humanoiden Roboter uns ein tiefes Vertrauen in ihre Systeme abverlangen wird.

