Continental spaltet Autozuliefersparte ab: Weg in die Agilität ist frei
Der Hannoversche Industriegigant Continental hat sich entschlossen, seine Autozuliefersparte an die Börse zu bringen. Der Aufsichtsrat des Unternehmens gab einstimmig grünes Licht für diesen Schritt, der laut Continental-Oberkontrolleur Wolfgang Reitzle bedeutsam für die strategische Neuausrichtung des Unternehmens ist. Das Ziel sei, durch eine fokussierte Struktur agiler im herausfordernden Marktumfeld zu agieren und dadurch Wert zu generieren. Zur Freude der Aktionäre erlebte die im DAX notierte Continental-Aktie einen Kursanstieg von 2,4 Prozent und erreichte ein Tageshoch.
Auf der Hauptversammlung im April, bei welcher die Zustimmung als sicher gilt, wird die Industriellenfamilie Schaeffler dank ihrer bedeutenden Anteilsmacht eine prägende Rolle spielen. Das neue Automotive-Unternehmen wird mit Barmitteln und einer Kreditlinie ausgestattet, um finanziell eigenständig zu sein. Ein Teil der Erlöse soll zukünftig als Dividende an Aktionäre fließen. Der verbleibende Continental-Konzern, nun fokussiert auf Reifen und Kunststofftechnik, plant ebenfalls, großzügigere Dividenden auszuschütten.
Die Entscheidung zur Aufspaltung kommt, nachdem die Autozuliefersparte jahrelang als finanzieller Hemmschuh galt. Diese Sparte verzeichnete in der Vergangenheit Verluste und musste von der florierenden Reifensparte gestützt werden. Einsparmaßnahmen sowie eine Reduktion der Forschungs- und Entwicklungsausgaben halfen dabei, die Situation zu stabilisieren, jedoch um den Preis von über 10.000 Arbeitsplätzen.
Auch die Arbeitnehmerseite zeigte Zustimmung zur Abspaltung. Gewerkschaftsvertreter hoben hervor, dass die Kapitalausstattung der neuen Firma vielversprechend ist und ein Zukunftstarifvertrag existiert, der Standortperspektiven bietet. Dennoch betonten sie die Notwendigkeit, den Angestellten stabile und verlässliche Perspektiven zu bieten, da der stetige Strategiewechsel zu Unruhe geführt hatte.

