Clintons vor dem US-Kongress: Epstein-Skandal rückt in den Fokus
Im Rahmen der intensiven Nachforschungen zum Skandal um den inzwischen verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein werden der ehemalige US-Präsident Bill Clinton und seine Ehefrau, die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton, vor dem US-Kongress aussagen. James Comer, der republikanische Vorsitzende des Aufsichtsausschusses des Repräsentantenhauses, verkündete, dass das Ehepaar einer Befragung zugestimmt hat. Diese wird sowohl transkribiert als auch gefilmt. Der Ex-Präsident wird seine Aussage am 27. Februar abgeben, während seine Frau bereits am Vortag Rede und Antwort stehen soll.
Die Entscheidung der Clintons, an der Befragung teilzunehmen, führte dazu, dass die Republikaner am Dienstag eine ursprünglich geplante Abstimmung über ein Verfahren wegen Missachtung des Kongresses gegen das Ehepaar absagten. Dieses Verfahren hatte die republikanische Führung in den vergangenen Wochen angestoßen, nachdem die beiden Demokraten vorheriger Vorladungen nicht nachgekommen waren. Die Clintons werfen Comer hingegen vor, das Verfahren aus politischen Gründen voranzutreiben.
Comer betonte, dass der Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses, bestehend aus Republikanern und Demokraten, verdeutlicht habe, dass niemand über dem Gesetz stehe - auch die Clintons nicht. Die monatelange Verzögerung und Missachtung von Vorladungen durch das Ehepaar wurde scharf kritisiert, und es war schließlich das heraufziehende Verfahren wegen Missachtung, das sie zur Kooperation bewog.
Bill Clintons Name taucht in den Dokumenten der Epstein-Ermittlungen auf, dies allein impliziert jedoch keine Schuld. Der frühere Präsident hat etwaiges Fehlverhalten im Zusammenhang mit Epstein vehement abgestritten. Der Multimillionär Epstein, der 2019 im Gefängnis verstarb, hatte über Jahre hinweg einen Missbrauchsring betrieben, dem viele junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen.

