Chip-Gigant Nvidia im Fadenkreuz des Justizministeriums: Aktien stürzen ab
Die jüngsten Berichte über eine kartellrechtliche Untersuchung des US-Justizministeriums (DoJ) gegen den Chip-Hersteller Nvidia haben zu einem erheblichen Einbruch der Aktien geführt. In der frühen Börsensitzung am Mittwoch verzeichneten Nvidia-Aktien den größten Ein-Tages-Wertverlust ihrer Geschichte, nachdem Bloomberg News meldete, dass Nvidia eine Vorladung durch das DoJ erhalten hat.
Gegenstand der Untersuchung sind Vorwürfe, wonach Nvidia seinen Kunden den Wechsel zu anderen Chip-Herstellern erschwert und Unternehmen bestraft, die dies dennoch tun. Zudem ist auch die Übernahme der Softwaregruppe RunAI im April Gegenstand der Ermittlungen.
Nvidia reagierte mit einer Stellungnahme und betonte, dass das Unternehmen "durch Leistung gewinnt" und seine Kunden "frei sind, die für sie beste Lösung zu wählen".
Die Nachrichten könnten eine kurzfristige Erholung des Chipsektors erschweren, insbesondere nachdem der Philadelphia SE Semiconductor Index am Dienstag seinen größten Rückgang seit März 2020 verzeichnete. Investoren sind besorgt, dass der stark bewertete Sektor, der von Gewinnprognosen in Verbindung mit einem Anstieg der KI-Ausgaben von Großunternehmen wie Microsoft, Amazon, Meta Platforms und Alphabet getragen wird, vor einer Korrektur steht.
Trotz dieser Unsicherheiten bleibt der Wedbush-Analyst Dan Ives optimistisch. Er verweist auf eine "1995 (fast 1996) Start des Internet-Moments" und nicht auf eine "1999-Tech-Blase". Die jüngsten Zahlen zur Cloud und KI von Microsoft, Amazon und Google unterstreichen die starke Nachfrage nach Unternehmens-KI, die von Nvidia bestätigt wurde und ein wichtiger positiver Faktor für den Technologiesektor bis Jahresende ist.
Nvidia verzeichnete letzte Woche bessere als erwartete zweite Quartalsergebnisse, warnte jedoch vor Verzögerungen bei der neuen Blackwell-Prozessorlinie, die die erwarteten Einnahmen ins vierte Quartal verschieben könnten. Finanzvorstand Colette Kress prognostizierte mehrere Milliarden Dollar an Umsatz für das vierte Quartal, betonte jedoch auch, dass die Verkäufe des älteren Hopper-Chips in der zweiten Jahreshälfte beschleunigt werden.
Der Markt reagierte prompt: Die Nvidia-Aktie fiel im vorbörslichen Handel um 2,1% und erreichte damit ihren niedrigsten Stand seit dem 8. August. Seit ihrem Höchststand am 17. Juni hat die Aktie rund $680 Milliarden an Wert verloren, was mehr ist als die kombinierte Marktkapitalisierung der Rivalen Advanced Micro Devices, Micron Technology, Arm Holding und Intel.

