Chinas Außenhandel überrascht mit starkem Wachstum
Die Wirtschaftsnachrichten aus China lassen aufhorchen: Im September registrierte die Zollbehörde in Peking einen unerwartet kräftigen Anstieg sowohl der Exporte als auch der Importe im zweitgrößten Wirtschaftsraum der Welt. Der Export legte, in US-Dollar gemessen, um beeindruckende 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, während die Importe um 7,4 Prozent wuchsen. So konnte ein Handelsüberschuss von etwa 90,45 Milliarden US-Dollar (rund 77,8 Milliarden Euro) ausgewiesen werden.
Analysten hatten bei Weitem nicht mit einem solchen Anstieg gerechnet und lediglich Prognosen von etwa 6 Prozent für den Export und 1,5 Prozent für den Import aufgestellt. Diese positive Überraschung zeigt, dass sich der chinesische Außenhandel offenbar weiter erholt, obwohl der Handelsstreit mit den USA weiterhin in den Köpfen der Marktteilnehmer präsent ist.
Besonders bemerkenswert ist der Blick auf die Verschiebung chinesischer Exportmärkte: Während der harte Wettbewerb im Konsumentenmarkt USA die Exporte in die Vereinigten Staaten drastisch senken ließ, findet China nun neue Absatzmärkte in Regionen wie Südostasien und Afrika. Der Handel mit Europa zeigt ebenfalls positive Entwicklungen, wobei speziell die Beziehungen zu Deutschland hervorstechen. Hier steigerten sich die Exporte im selben Monat um deutliche 10,9 Prozent, wohingegen die Importe aus Deutschland um moderate 1,8 Prozent wuchsen.
Gleichwohl bleibt ein gewisses Ungleichgewicht bestehen, während europäische und deutsche Firmen weiterhin über die geringe Importnachfrage Chinas klagen. Der dadurch entstehende Preiskampf setzt die Margen der Unternehmen seit Monaten unter erheblichen Druck. Diese Dynamik bleibt im internationalen Handel im Blickpunkt.

