China mischt sich weiterhin in den Wahlkampf in Taiwan ein
China mischt sich weiterhin in den Wahlkampf in Taiwan ein, so der Präsidentschaftskandidat der taiwanischen Regierungspartei, William Lai, am Dienstag. Er behauptet, dass es sich diesmal um die gravierendste Einmischung handele. China habe militärische Einschüchterung, wirtschaftlichen Druck, psychologische Kriegsführung und Desinformation als Strategie eingesetzt.
Am kommenden Samstag sind mehr als 19 Millionen Menschen in Taiwan dazu aufgerufen, einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament zu wählen. Taiwans Außenminister Joseph Wu wirft China vor, die Insel als Testgebiet zu nutzen, um ihre Taktiken auf andere Länder anzuwenden. Wu betonte, dass China erst seine eigenen demokratischen Wahlen abhalten solle, wenn es so interessiert an demokratischen Wahlen sei.
Während einer Pressekonferenz von Außenminister Wu sorgten Handy-Warnungen über einen in China gestarteten Satelliten für Aufregung. Die taiwanischen Behörden korrigierten jedoch später die Angabe, dass es sich dabei um eine 'Rakete' handele. China startet häufiger Satelliten ins All.
Seit dem Beginn des Jahres hat das taiwanesische Militär neben Kampfjets und Kriegsschiffen auch 20 Ballons der chinesischen Volksbefreiungsarmee im taiwanesischen Gebiet festgestellt, wovon die Hälfte über die Insel geflogen sind. Politiker in Taiwan werfen China vor, damit vor den Wahlen Angst verbreiten zu wollen.
Das chinesische Außenministerium äußerte sich nicht zu den Ballons. Ein Sprecher verwies lediglich darauf, dass Taiwan ein untrennbarer Teil Chinas sei und die Wahl eine Angelegenheit innerhalb Chinas sei. Seit Jahrzehnten hat Taiwan mit über 23 Millionen Einwohnern jedoch eine unabhängige Regierung. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping strebt jedoch weiterhin eine Wiedervereinigung an. (eulerpool-AFX)

