Chemiekonzerne im Fokus: Chancen und Risiken in Europas herausforderndem Jahr 2025
Der Chemiesektor in Europa steht nach einem bewegten Jahr 2025 vor der Aufgabe, Stabilität und Wachstum zu sichern. Inmitten dieser Herausforderungen hat Christian Faitz, Branchenexperte bei Kepler Cheuvreux, seine Einschätzungen veröffentlicht. Besonders positiv hebt er die Investitionsmöglichkeiten bei BASF und Bayer hervor. Im Gegensatz dazu sieht er für H&R und Evonik weniger rosige Zeiten voraus.
BASF überzeugt mit einer günstigen Bewertung und präsentiert sich durch ein diversifiziertes Chemie-Portfolio stark. Die Ludwigshafener könnten von einer schrittweisen Nachfragesteigerung profitieren und bieten Anlegern zudem eine ansprechende Rendite. Erste Erfolge wurden bereits durch interne Maßnahmen zur Kostensenkung erzielt, die dem Konzern zusätzliche Stabilität verleihen.
Bei Bayer zeichnet sich eine Entlastung durch die schwindende Last der Glyphosat-Rechtsfälle in den USA ab. Die von der Monsanto-Übernahme im Jahr 2018 herrührenden Vorwürfe wegen angeblicher Krebsrisiken des Unkrautvernichters rücken weiter in den Hintergrund, während man auf ein Urteil des US Supreme Court wartet. Zusätzlich wird die dynamische Entwicklung der Life-Sciences-Sparte von Faitz hervorgehoben.
Für H&R sieht Faitz aufgrund der starken Abhängigkeit vom deutschen Markt und möglichen Gas-Engpässen schwierige Zeiten voraus. Seine Anlageempfehlung wurde von 'Hold' auf 'Reduce' herabgestuft.
Dagegen kämpft Evonik mit tiefergehenden strukturellen Problemen. Herausforderungen wie steigende Bürokratie in der EU, hohe Energiekosten in Deutschland und die wachsende Konkurrenz aus China könnten sich in Zukunft weiter verschärfen.

