Chemie- und Pharmaindustrie investiert in Rekordhöhe: Deutschland in der Innovationszwickmühle
Die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie setzt ein eindrucksvolles Zeichen und steigert ihre Investitionen in Forschung und Entwicklung auf ein Rekordniveau von 16,5 Milliarden Euro, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) in Frankfurt verlautbaren liess. Diese Summe markiert eine Steigerung von 400 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr und bestätigt die anhaltende Innovationskraft dieser bedeutenden Branche.
Thomas Wessel, Vorsitzender des Forschungs- und Bildungsausschusses im VCI, betont trotz der positiven Investitionszahlen die Herausforderungen, denen sich die Industrie gegenüber sieht. Insbesondere die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands rufe Handlungsbedarf hervor, da ein wachsender Teil der Forschungsausgaben zunehmend an internationale Standorte abwandere.
Diese Entwicklung sorge dafür, dass das Wachstum der Forschungsetats hinter dem anderer Industriezweige zurückbleibe. Auch wenn die Chemie- und Pharmaindustrie nach wie vor eine starke Stellung in der Forschung einnimmt, zeigt der Blick auf die weltweiten Patentanmeldungen, dass Deutschland hinter den USA, Japan, und mittlerweile auch China und Südkorea rangiert.
Wessel fordert daher Maßnahmen, um den heimischen Innovationsstandort zu stärken. Dazu gehöre die Förderung von MINT-Fächern in Schulen sowie die Sicherung der beruflichen Zukunft von Akademikern.
Hervorzuheben ist ebenfalls das beachtliche Engagement der Branche für die Forschung: Ein substanzieller Teil der rund 46.000 Beschäftigten in den Forschungslaboren arbeitet an neuen Medikamenten und Materialien für die Industrie.
Der Großteil der Investitionen in Forschung und Entwicklung fließt dabei aus der Pharmaindustrie. Der VCI selbst trägt über seinen Fonds der Chemischen Industrie zur akademischen Forschung und zur Förderung des Chemieunterrichts in Schulen bei, wofür seit 1950 mehr als 530 Millionen Euro bereitgestellt wurden.

