Chefwechsel bei Covestro: Große Veränderungen beim Spezialchemie-Konzern

Der Spezialchemie-Konzern Covestro steht nach der Übernahme durch die arabische Staatsfirma Abu Dhabi National Oil Company (Adnoc) vor einem Führungskräftewechsel. Der derzeitige Vorstandsvorsitzende Markus Steilemann wird seinen Vertrag, der noch bis Ende Mai 2028 läuft, nicht verlängern. Über die Gründe für seine Entscheidung wurde nichts bekannt gegeben. Der Aufsichtsrat des Unternehmens hat bereits angekündigt, einen geordneten Nachfolgeprozess einzuleiten, während Steilemann einen reibungslosen Übergang versichern soll.
Seit 2018 lenkt Steilemann die Geschicke des Unternehmens, nachdem er bereits seit 2015 Mitglied des Vorstands war. Neben seiner Tätigkeit bei Covestro ist der 55-Jährige auch als Präsident des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) aktiv, wo er die Interessen der deutschen Chemie- und Pharmabranche vertritt, die im Jahr 2025 über einen Umsatz von rund 220 Milliarden Euro verfügen soll. Eine Sprecherin des Verbands betonte, dass Steilemanns Entscheidung keine Auswirkungen auf seine Präsidentschaft beim VCI haben wird.
Covestro wurde Ende des vergangenen Jahres von Adnoc übernommen, und Steilemann hatte diese Übernahme stets positiv dargestellt. Er hob die strategischen Vorteile eines finanzstarken Investors für die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens hervor. Eine Sprecherin von Covestro erklärte, dass es keinen Zusammenhang zwischen Steilemanns Abgang und den neuen Eigentümern gebe.
Covestro, früher Teil der Kunststoffsparte von Bayer, agiert seit 2015 als eigenständiges Unternehmen. Mit insgesamt rund 17.500 Mitarbeitern weltweit, davon mehr als 7.000 in Deutschland, ist die Firma besonders für ihre Herstellung von Chemikalien für Hartschäume in Kühlschränken sowie Weichschäume für Autositze und Matratzen bekannt. Aktuell befindet sich das Unternehmen jedoch in einem schwierigen Umfeld, das von einer schwachen Konjunktur, hohen Energiekosten und Handelsproblemen geprägt ist. Im dritten Quartal 2025 verzeichnete Covestro einen Umsatzrückgang von 12 Prozent auf rund 3,2 Milliarden Euro und musste einen Verlust von 47 Millionen Euro hinnehmen, nach noch 33 Millionen Euro Gewinn im Vorjahreszeitraum.

