Chase startet im deutschen Tagesgeld-Markt mit 4,00 % Zinsen — Einordnung im Vergleich
Die Digitalbank von J.P. Morgan zahlt zum Start 4,00 % p. a. für vier Monate auf Guthaben bis eine Million Euro. Der Capitalo Zins-Monitor ordnet das Neukundenangebot im deutschen Tagesgeld-Vergleich ein.

Bendorf, 22.05.2026 (lifePR) - Die US-Großbank J.P. Morgan hat mit ihrer Digitalbank Chase am 20. Mai 2026 den deutschen Markt betreten. Das erste Produkt ist ein gebührenfreies Tagesgeldkonto mit einem Aktionszins von 4,00 % p. a. für die ersten vier Monate. Laut dem Tagesgeld-Vergleich von Capitalo Finanzservices handelt es sich zum Zeitpunkt des Marktstarts um den höchsten Aktionszins im deutschen Tagesgeld-Segment.
Betrieben wird das Angebot von der J.P. Morgan SE, die über eine deutsche Vollbanklizenz verfügt und von BaFin, Europäischer Zentralbank und Deutscher Bundesbank beaufsichtigt wird. Chase ist nach Großbritannien der zweite europäische Markt des Privatkundengeschäfts von J.P. Morgan.
Key Facts
- Aktionszins: 4,00 % p. a. für die ersten vier Monate ab Kontoeröffnung
- Folgezins: danach variabler Basiszins von derzeit 2,00 % p. a.
- Guthaben-Obergrenze: Der Aktionszins gilt auf Einlagen bis 1.000.000 Euro
- Mindestanlage: keine
- Konto: reines Tagesgeldkonto, kein Girokonto beim Anbieter erforderlich
- Kontoführung: kostenlos, vollständig digital per App (VideoIdent oder eID)
- Zinsgutschrift: tägliche Berechnung, monatliche Auszahlung
- Einlagensicherung: gesetzlich bis 100.000 Euro, zusätzlich über den freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken bis zu 3.000.000 Euro
- Mehr zum Tagesgeld-Markt: de/tagesgeld/vergleich
- Details zum Chase-Tagesgeld: de/anbieter/chase/news/chase-tagesgeld-zinsen
Mit 4,00 % positioniert sich Chase zum Marktstart an der Spitze der Neukundenangebote. Zum Vergleich: Die Consorsbank wirbt aktuell mit 3,40 % p. a. für drei Monate, die ING zahlt 3,20 % p. a. für vier Monate auf Guthaben bis 250.000 Euro, die BBVA bietet 3,00 % p. a. für sechs Monate. Der Aktionszins von Chase liegt damit mindestens 0,60 Prozentpunkte über dem stärksten Wettbewerber — und gilt zudem auf die vergleichsweise hohe Obergrenze von einer Million Euro.
Bereits einen Tag nach dem Marktstart hat die norisbank, eine Tochter der Deutschen Bank, ein Gegenangebot platziert: ebenfalls 4,00 % p. a., allerdings über sechs Monate (1. Juli bis 31. Dezember 2026) und gekoppelt an die Eröffnung eines Girokontos. Im Tagesgeld-Vergleich von Capitalo zeigt sich damit ein zunehmender Wettbewerb um Neukunden — getrieben durch den Markteintritt eines internationalen Anbieters.
Im Capitalo Score erreicht das Chase Tagesgeld 90 von 125 Punkten und damit das Gesamturteil „Gut". Positiv bewertet werden die doppelte Einlagensicherung, die flexible Anlagegrenze ohne Mindestbetrag sowie die volldigitale Kontoeröffnung. Punktabzug ergibt sich aus dem vergleichsweise kurzen Aktionszeitraum und dem variablen Folgezins.
Was nach der Aktionsphase gilt
Nach Ablauf der vier Monate greift bei Chase ein variabler Basiszins von derzeit 2,00 % p. a. Dieser Wert entspricht exakt dem aktuellen Einlagensatz der Europäischen Zentralbank (Stand: Mai 2026). Da der Basiszins variabel ist, kann ihn die Bank jederzeit anpassen — eine dauerhafte Festschreibung besteht nicht.
Der Blick über die Aktionsphase hinaus ist entscheidend: Laut Capitalo Finanzservices bleibt Chase mit 2,00 % auf EZB-Niveau, während der Folgezins bei einigen Wettbewerbern deutlich niedriger ausfällt, etwa auf 0,75 % p. a. Anleger sollten die Konditionen daher rechtzeitig vor Ablauf der jeweiligen Aktionsphase erneut vergleichen, da sich Tagesgeldzinsen im Monatsrhythmus verändern können.
Experten-Zitat
„Der Markteintritt von Chase mit 4,00 % für vier Monate setzt zum Start ein klares Signal im deutschen Tagesgeld-Markt und hat den Wettbewerb um Neukunden binnen eines Tages spürbar verschärft", sagt Alexander Senger, Diplom-Finanzfachwirt (FH) und Geschäftsführer der Capitalo Finanzservices GmbH. „Entscheidend ist für Sparer jedoch der Blick über die Aktion hinaus: Der beworbene Spitzenzins gilt nur befristet, danach zählen Laufzeitende, Folgezins und mögliche Zusatzbedingungen. Wer regelmäßig vergleicht, holt aus dem aktuellen Wettbewerb den größten Vorteil heraus."

