BVG setzt auf Modernisierung und Investitionen für mehr Stabilität
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) verzeichnen mit dem Einsatz neuer U-Bahn-Züge eine erfreuliche Zunahme der Zuverlässigkeit ihres Betriebs. Seit der Einführung der Baureihe JK auf der Linie U2 Anfang September hat sich die Zuverlässigkeit um vier Prozentpunkte auf beinahe 97 Prozent erhöht. Statistisch betrachtet, lag das Durchschnittsniveau der vergangenen zwölf Monate bei soliden 95 Prozent. Dennoch ist das für BVG-Chef Henrik Falk noch nicht genug, denn das Ziel sind konstante 99 Prozent. Erfreuliche Nachrichten gibt es auch hinsichtlich der Beschaffung von Großspur-Wagen, die nun für das Frühjahr 2026 erwarten werden und somit früher als geplant eingeführt werden sollen. Die Schulung des Fahrpersonals für die neue Baureihe J läuft bereits auf Hochtouren. Dies betrifft zunächst die Linie U5, gefolgt von den Linien U6 bis U9. Insgesamt 236 Wagen werden geliefert und versprechen eine spürbare Entlastung des bisherigen Systems.
Die Flottenerneuerung bringt weitere Vorteile für die Kunden: Ab Januar 2023 soll die Linie U2 wieder im Vier-Minuten-Takt verkehren, nachdem aufgrund einer Betriebskrise der Takt dort reduziert werden musste. Im Bereich von Straßenbahnen und Bussen wird das Engagement ebenfalls kräftig gesteigert. Die BVG wird ihre Flotte um 270 E-Gelenkbusse und 20 extralange Urbanliner-Straßenbahnen erweitern. Dazu kommt der Bau von neuen Betriebshöfen und Ladestationen für E-Busse. In die Infrastruktur investierte die BVG im laufenden Jahr rund 590 Millionen Euro, was einem Anstieg von 60 Prozent entspricht. Zukünftige Investitionen sind in ähnlicher Höhe geplant, wobei teilautonomes Fahren schwerpunktmäßig im Fokus steht. Mit dem CBTC-Zugsicherungssystem könnte die Kapazität im U-Bahn-Netz um beeindruckende 20 Prozent gesteigert werden.
Für das kommende Jahr erwarten die Beschäftigten der BVG die nächste Tarifrunde mit der Gewerkschaft Verdi, in der über Arbeitsbedingungen verhandelt werden soll. In diesem Kontext sind mögliche Warnstreiks nicht ausgeschlossen. Die jüngste Personalbilanz zeigt, dass in diesem Jahr bereits 1.300 neue Mitarbeiter eingestellt wurden, um die betrieblichen Lücken zu schließen. Im kommenden Jahr sind weitere 1.400 Neueinstellungen geplant. Die BVG, die in den vergangenen Jahren unter veralteter Infrastruktur und Personalmangel litt, verfolgt eine neue Strategie: Bevor expansionsbedingte Wachstumspläne umgesetzt werden, soll die Stabilität des derzeitigen Betriebs gewährleistet werden. Diese Maßnahmen sollen insbesondere den U-Bahn- und Busverkehr zuverlässig und beständig machen.

