Bundeswehrverband sieht Taliban-Programm skeptisch
Verbandschef Ulrich Kirsch erklärte in einem Gespräch mit der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Dienstagsausgabe), es sei zwar grundsätzlich richtig, das Gespräch mit gemäßigten Kämpfern zu suchen. «Wenn allerdings solch klare Absagen kommen, wie wir das in den letzten Tagen aus Kreisen der Taliban erlebt haben, dann sehe ich größte Schwierigkeiten.»
Problematisch sei auch die Organisation des geplanten Programms von 50 Millionen Euro. «Es gibt schließlich keinen Taliban-Vorsitzenden mit Vorzimmer und Referentenstab», erklärte Kirsch. Er halte es daher für den richtigen Weg, die afghanische Regierung und speziell Präsident Harmid Karsai in die Pflicht zu nehmen. Der Verbandschef warnte in der Afghanistan-Politik zugleich vor einem Wettbewerb der Abzugstermine und vor immer neuen Nachforderungen durch die NATO an die internationale Schutzgemeinschaft.

