Bundestagswahl: Wer wird am Ende die Nase vorne haben?

AfD könnte erstmals bei einer Bundestagswahl auf Platz 2 landen
Laut der neuesten Umfrage kommt die Union auf 28 Prozent. Die AfD und die SPD kommen auf 19 Prozent und die Grünen auf 15 Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht würde laut neuester Umfrage auf 6 Prozent kommen. Die FDP und die Linke würden auf 4 Prozent kommen und den Einzug in den Bundestag verpassen.
Besonders interessant ist der Umstand, dass sich rund ein Drittel noch nicht entschieden hat, wen sie am 23. Februar wählen wollen. 79 Prozent würden sich von keiner der antretenden Parteien ausreichend repräsentiert fühlen. 75 Prozent warten ab, was noch im Wahlkampf passiert. Des Weiteren sind 70 Prozent der Wahlberechtigten der Meinung, sie sind unzureichend informiert.
Doch worum geht es? Einerseits geht es um die Schuldenbremse, andererseits um Zuwanderung. Es geht um die Frage, welche Rolle Deutschland künftig im Ukraine-Krieg einnehmen wird und auch darum, wie man die Digitalisierung vorantreibt. Die AfD und die FDP werben bereits um die Stimmen der Krypto-Fans - hier hat man sich Donald Trump zum Vorbild genommen, der im Wahlkampf auf Bitcoin und Co. gesetzt hat. Änderungen des Glücksspielstaatsvertrages möchte aber keine Partei, obwohl es hier seit geraumer Zeit viel Kritik gibt. Denn aufgrund der starken Regulierung sind Gewinnauszahlungen von echtem Geld zwar möglich, hohe Gewinne aber selten, weil nur pro Spielrunde ein Maximaleinsatz von 1 Euro gesetzt werden kann. Tatsächlich zeigt der Glücksspielstaatsvertrag, dass Deutschland die Sache mit der Digitalisierung und der Verwendung neuartiger Technologien versucht, aber die Experten hier falsche Prioritäten setzen. Wie kann sonst erklärt werden, dass der Live Casino Bereich, der in fast allen Online Casinos angeboten wird und extrem beliebt ist, durch den deutschen Glücksspielstaatsvertrag untersagt wird - das heißt, ein Casino mit deutscher Lizenz darf kein Live Spiel anbieten.
Zahl der Nichtwähler könnte in Richtung 30 Prozent gehen
Eine Umfrage des Forsa-Instituts zeigt, dass die Deutschen derzeit auch extrem unsicher sind, ob sie überhaupt zur Wahl gehen sollen: Manfred Güllner, Forsa-Chef, hat so eine Beobachtung noch nie gemacht. „Das ist untypisch und zeigt, wie verunsichert die Menschen sind, dass sie nicht mehr wissen, wen sie überhaupt noch wählen sollen“, so Güllner. In der Regel sinkt die Zahl der Nichtwähler kurz vor einer Wahl, da die Parteien im Wahlkampf immer mehr Menschen überzeugen. Tatsächlich zeichnet sich bei dieser Wahl aber ein gegenteiliger Trend ab.
Lag der Anteil der Nichtwähler oder der noch unentschlossenen Wähler Anfang Dezember bei 22 Prozent, sind es nun 28 Prozent. Ein Anstieg von über einem Viertel. Nimmt man die Zahlen der Bundestagswahl 2021 zur Hand, so lag die Zahl der Nichtwähler bei 23,4 Prozent.
Würden am 23. Februar wirklich 28 Prozent der Wähler daheim bleiben, wäre das ein erschreckendes Ergebnis, das aber keinesfalls Premiere feiern würde: 2009 lag die Zahl der Nichtwähler bei 29,2 Prozent und 2013 bei 28,5 Prozent.
Bürgerliche sind enttäuscht über die Spitzenkandidaten
Bürger der politischen Mitte hätten es besonders schwer, diesmal eine Entscheidung zu treffen. 33 Prozent der Befragten haben angegeben, sie würden der politischen Mitte angehören und ganz sicher nicht zur Wahl gehen. Doch wieso ist das so? Laut Güllner überzeugt das Spitzenpersonal der Parteien nicht.
Links- und Rechtsaußen ist die Unsicherheit deutlich geringer. Hier beträgt die Zahl der Nicht-Wähler 20 Prozent (rechts) bzw. 18 Prozent (links).
Das passierte bei der letzten Bundestagswahl
Am 26. September 2021 fand die letzte Bundestagswahl statt. Anfang August lag die Union laut Umfragen auf Platz 1 (27 Prozent), dahinter lag die SPD (17,5 Prozent) und auf Platz 3 hat man die Grünen gesehen. Dahinter folgten die FDP und die AfD. Kurz vor dem Wahltag hat sich das Blatt gewendet und die SPD setzte zum Überholmanöver an: Am Ende verlor die Union 8,7 Prozent und landete mit 24,2 Prozent auf Platz 2. Die SPD gelang der Sprung an die Spitze mit 25,7 Prozent - Olaf Scholz durfte sich über ein Plus von 5,2 Prozent freuen. Die Grünen lagen mit einem Plus von 5,8 Prozent auf Platz 3 - sie kamen auf 14,7 Prozent. Die FDP blieb fast gleich (+ 0,7 Prozent) und landete mit 11,4 Prozent auf Platz 4. Die AfD verlor 2,2 Prozent und landete mit 10,4 Prozent auf Platz 5. Die Linke verlor 4,3 Prozent und kam nur auf 4,9 Prozent, kam aber über die Grundmandatsklausel in den Bundestag.

