Bundestag verschiebt Einführung des Tierhaltungslogos – Reform und Ausweitung in Planung
Der Bundestag hat entschieden, die Einführung des geplanten staatlichen Tierhaltungslogos für Supermarktfleisch auf das Jahr 2026 zu verschieben. Geplant war ursprünglich der August des kommenden Jahres. Die Entscheidung fiel am späten Abend mit der Mehrheit der schwarz-roten Koalition und soll dem Gesetz eine grundlegende Reform ermöglichen.
Die agrarpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Franziska Kersten, betonte die Überarbeitungsbedürftigkeit der bisherigen Regelung. Die Zustimmung des Bundesrats, die noch aussteht, gilt als reine Formsache, da die Bundesländer bereits den Aufschub forderten.
Mit dem Logo soll Verbrauchern mehr Transparenz über die Haltungsbedingungen von Nutztieren gegeben werden. Das geplante System kategorisiert die Haltungsformen in fünf Stufen - von gesetzlichen Mindestanforderungen bis hin zu Bio-Standards.
Vorerst soll das Logo für frisches Schweinefleisch verpflichtend sein. Union und SPD planen die gewonnene Zeit für eine praxisorientierte Reform des Gesetzes zu nutzen.
Zudem manifestierte der Bundestag in einer Entschließung die Möglichkeit einer künftigen Erweiterung des Logos auf andere Tierarten sowie das Gastgewerbe. Seit 2019 existiert zudem ein freiwilliges Kennzeichnungssystem der Supermärkte, das bereits Fleisch von Schweinen, Rindern und Geflügel umfasst – eine weitergehende Lösung als das vorgesehene staatliche Logo, das zunächst auf Schweinefleisch beschränkt bleibt.

