Bundesnetzagentur stärkt Deutsche Telekom im Glasfaserstreit den Rücken
Im viel diskutierten Konflikt um die Expansionsstrategie der Deutschen Telekom im Glasfaserausbau hat die Bundesnetzagentur eine klare Position bezogen und den Bonner Telekommunikationskonzern unterstützt. Der Abschlussbericht der Monitoringstelle zur Erfassung von doppelt erschlossenen Glasfasergebieten zeigt auf, dass von 539 gemeldeten Doppelausbau-Fällen keine stichhaltigen Konsequenzen ableitbar waren. Infolgedessen wird die Monitoringstelle ihren Betrieb einstellen.
Der sogenannte "Überbau" bezeichnet den Fall, dass mehrere Betreiber vermeintlich in dieselben Gebiete investieren und dort Glasfasernetze verlegen wollen. Die Deutsche Telekom geriet dabei in die Kritik, ihre Marktmacht ausspielen zu wollen, indem sie in Regionen expandiert, in denen bereits andere Betreiber tätig sind oder es planen.
Kritiker behaupten, diese Strategie ersticke alternative Ausbauprojekte schon im Keim, da Investitionen durch die Ankündigung eines Überbaus an Unsicherheit gewinnen. Die Bundesnetzagentur nennt die Fälle von möglicherweise unbegründeten Ankündigungen jedoch sehr selten.
Dabei sei es unerheblich gewesen, ob die Telekom oder ein anderer Anbieter der zweite Akteur in den gemeldeten Fällen war. Nach der Einstellung der Monitoringstelle steht weiterhin die Möglichkeit offen, Beschwerden bei der Beschlusskammer 3 der Bundesnetzagentur einzureichen. Diese müssen jedoch fundiert sein und dürfen nicht leichtfertig vorgebracht werden.
Wolfgang Kopf, Leiter Politik und Regulierung bei der Deutschen Telekom, betont, dass der Bericht der Bundesnetzagentur die Position der Telekom untermauere und spricht von einer "Schein-Debatte" in Bezug auf den Überbau. Der Fokus solle nun auf effizientere Genehmigungsverfahren und den Ausbau der Glasfaserinfrastruktur bis in die Wohnungen gerichtet werden.

