Bundeskabinett drängt auf Zukunftslösungen für Chemiedreieck

Die Bundesregierung führt derzeit intensive Gespräche mit dem US-Chemiekonzern Dow über die zukünftige Nutzung von Anlagen im mitteldeutschen Chemiedreieck. Laut Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der sich in einer Regierungsbefragung im Bundestag äußerte, wäre es inakzeptabel, wenn diese potenzielle Nachnutzung systematisch behindert würde. Er formulierte zudem die Besorgnis über den Zustand der deutschen chemischen Industrie.
Der Kanzler warnte, dass ähnliche Herausforderungen anderen Standorten in Deutschland drohen könnten, falls die Rahmenbedingungen für die Branche nicht zeitnah verbessert würden. Dow hatte kürzlich angekündigt, einen Teil seiner Produktionsstätten in Schkopau und dem sächsischen Böhlen ab Ende 2027 stillzulegen. Besonders der Steamcracker in Böhlen, der für die Herstellung chemischer Grundstoffe wie Rohbenzin kritisch ist, könnte viele nachgelagerte Firmen in Bedrängnis bringen.
Merz hob hervor, dass die laufenden Gespräche über eine mögliche Nachverwertung des Betriebsgeländes essenziell seien. Die wirtschaftlichen und industriellen Auswirkungen einer solchen Schließung hätten nicht nur regionale, sondern auch nationale Relevanz.

