Bundesbank prognostiziert anhaltende Stagnation in Deutschland: Hoffnung ruht auf Regierung und Investitionen
Deutschland muss sich vorerst weiterhin auf eine schwache wirtschaftliche Entwicklung einstellen. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hat auf dem G7-Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs im kanadischen Banff seine Einschätzung mitgeteilt, dass das Jahr 2025 von einer wirtschaftlichen Stagnation geprägt sein könnte. Im ersten Quartal des Jahres werden möglicherweise noch die Vorzieheffekte der US-Zollpolitik spürbar sein, die jedoch in den folgenden Quartalen an Dynamik verlieren dürften.
Nagel betonte, dass die rasche und präzise Umsetzung des Strukturprogramms der neuen Bundesregierung von entscheidender Bedeutung sei. Im Fokus stehen dabei Investitionen in Infrastruktur und Zukunftstechnologien, die als Schlüssel für ein nachhaltiges Wachstum gesehen werden. Die Regierungskoalition der Union und SPD plant Anreize für Unternehmens-Investitionen und ein umfangreiches, schuldenfinanziertes Infrastrukturprogramm im Wert von bis zu 500 Milliarden Euro.
In Bezug auf die Inflation sieht Nagel gute Nachrichten. Er bekräftigte, dass das Inflationsziel von zwei Prozent im Euroraum noch in diesem Jahr erreicht werden soll, was sowohl für Verbraucher als auch für Unternehmen eine positive Nachricht darstellt. Trotz der bestehenden wirtschaftlichen Unsicherheiten will die Bundesbank in der Geldpolitik einen vorsichtigen Kurs beibehalten.
Nagel äußerte zudem, dass das Konjunkturprogramm der Regierung keine inflationsbedingten Sorgen bereitet, sofern der Fokus auf Investitionen gehalten wird. Elemente des Programms, wie etwa Anreize im Energiesektor, könnten sogar preissenkend wirken. Die erhofften Wachstumsimpulse könnten ab 2026 ihre volle Wirkung entfalten.

