Bundesanleihen überzeugen: Markt erholt sich trotz schwacher Konjunkturdaten
Die deutsche Anleihewelt erholt sich am Dienstag mit Rückenwind aus einem schwachen Start in die Woche. Der Euro-Bund-Future, ein maßgeblicher Terminkontrakt, kletterte um 0,37 Prozent und erreichte 132,32 Punkte. Parallel dazu sank die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen auf 2,47 Prozent, was die Verluste vom Wochenbeginn teilweise ausglich.
Grund für die steigende Nachfrage nach Staatspapieren waren verhaltende Impulse von den internationalen Aktienmärkten sowie enttäuschende wirtschaftliche Indikatoren aus Deutschland. Insbesondere brachen die Exporte ein und die Produktion im Auto- und Maschinenbau ging zurück. Diese Entwicklungen führen zu einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,2 Prozent im letzten Quartal des Jahres 2024 im Vergleich zum Vorquartal.
DZ Bank-Analyst Sebastian Grupp hob hervor, dass die Bundestagswahl vom Anleihemarkt recht gelassen aufgenommen wurde. Eine leicht steilere Zinskurve bei den Bundesanleihen deutet laut Grupp auf eine erwartete expansivere Fiskalpolitik hin, die ein verstärktes Angebot an Staatsanleihen im Schlepptau haben könnte.
Der Nachmittag richtete die Aufmerksamkeit auf die Vereinigten Staaten, wo Daten aus dem Immobiliensektor und das Verbrauchervertrauen der Conference Board im Fokus standen. Experten der Landesbank Helaba wiesen darauf hin, dass ein weiteres Absinken des Verbrauchervertrauens, das zuletzt zweimal in Folge gesunken war, die im Herbst 2024 wiederanstrebte Erholung des Konsumklimas schmälern könnte.

