Britisches-amerikanisches Bündnis führt kleines Atomzeitalter herbei
Während des zweiten offiziellen Staatsbesuchs des US-Präsidenten Donald Trump im Vereinigten Königreich traf er sich mit dem britischen Premierminister Kier Starmer, um unter anderem über die Zukunft der Kernenergie zu diskutieren. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die sogenannten Small Modular Reactors (SMR), die als Hoffnungsträger für eine neue, nachhaltige Nuklearära gelten. Beide Nationen streben nach Jahrzehnten der Stagnation an, den Einsatz von SMRs zu fördern, unterstützt durch gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte.
SMRs bieten mit einer Leistungskapazität von rund 300 MW(e) pro Einheit etwa ein Drittel der Kapazität herkömmlicher Reaktoren und sind durch ihr modulares Design deutlich flexibler und kostengünstiger. Diese Vorteile ermöglichen eine einfachere Serienfertigung und Installation, was wiederum die Anpassung an den jeweiligen Standort erleichtert. Dadurch erhoffen sich beide Länder eine zügige Umsetzung kleinerer Nuklearprojekte, um dem wachsenden Energiebedarf gerecht zu werden.
Ein momentanes Highlight der Verhandlungen ist das bevorstehende Abkommen, bekannt als "Atlantische Partnerschaft für fortschrittliche Nuklearenergie", das die Zusammenarbeit bei der Zulassung und Regulierung im Bereich SMR deutlich intensivieren wird. Milliardeninvestitionen aus dem privaten Sektor sollen freigesetzt werden, um die Nutzung dieser sauberen Energiequelle sowohl in den USA als auch in Großbritannien zu beschleunigen.
Mehrere Projekte in Großbritannien wurden bereits zur Unterstützung dieses Abkommens angekündigt. Dazu gehören X-Energy und Centricas Plan zum Bau von zwölf fortschrittlichen modularen Reaktoren in Hartlepool und die Umwandlung des ehemaligen Kohlekraftwerks in Cottam durch Holtec International und EDF zu einem nuklear betriebenen Datenzentrum. Auch Rolls-Royce plant den Eintritt in den US-amerikanischen SMR-Markt und Urenco wird mit der Lieferung von niedrig angereichertem Uran in die USA beginnen.
Trotz dieser dynamischen Entwicklungen bestehen noch Herausforderungen wie eine strikte Regulierung und der Zugang zu angereichertem Uran. Doch mit dem britisch-amerikanischen Deal könnte ein neuer Entwicklungszyklus für SMRs eingeläutet werden, der den atomaren Energiesektor global transformiert.

