Frankreichs Première Dame

Brigitte Macron: Zwischen Zurückhaltung und derben Worten

11. Dezember 2025, 14:25 Uhr · Quelle: dpa
Emmanuel und Brigitte Macron
Foto: Michel Euler/AP/dpa
Brigitte ist eine der engsten Vertrauten ihres Mannes, Emmanuel Macron. (Archivbild)
Brigitte Macron hat Aktivistinnen scharf kritisiert, was in Frankreich für Debatten sorgt. Erfahren Sie mehr über ihr Leben als Präsidentengattin und ihre Haltung zur Öffentlichkeit.

Paris (dpa) - Nach Jahren an der Seite von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron weiß seine Gattin Brigitte, dass jede ihrer Gesten aufs genauste beobachtet und ihre Worte auf die Goldwaage gelegt werden. Umso ungewöhnlicher ist es, dass die 72-Jährige nun mit einer derben Kritik an Aktivistinnen für reichlich Aufregung gesorgt hat. Wer ist die oft zurückhaltende Nordfranzösin? Über eine Première Dame, die sich nicht als solche sieht und wohl mehr im Licht der Öffentlichkeit steht, als ihr manchmal lieb ist.

Zurückhaltend, kultiviert, bisweilen etwas zugeknöpft: So kennen die Französinnen und Franzosen ihre Präsidentengattin. Weder für Ausrutscher noch für überschwänglich emotionale Momente oder tiefe Einblicke in ihr Privatleben ist Brigitte Macron bekannt. 

Das Magazin «Le Nouvel Obs» stellt sich daher die Frage: Was war im Kopf von Brigitte Macron los, als sie am Sonntag feministische Aktivistinnen vulgär als «sales connes» bezeichnete. Gewiss, im privaten Rahmen, öffentlich wurde die Aussage aber dennoch. 

In Frankreich wird seither diskutiert, wie schwerwiegend diese Bezeichnung ist. Die Übersetzung ins Deutsche ist dabei nicht ganz einfach. Von «dreckige Schlampen» über «Vollidiotinnen» bis zu «dreckigen Miststücken» reicht die von Medien gewählte Übersetzung. Aus dem Umfeld von Brigitte Macron hieß es, sie habe lediglich das Vorgehen der Aktivistinnen kritisieren wollen.

Rolle der Präsidentengattin in Statut abgesteckt

Macron, die sich früher hinter Opfer sexueller Übergriffe gestellt hatte und betonte, wie wichtig es sei, das Schweigen zu brechen, engagiert sich vor allem für Inklusion, Kinderschutz und den Kampf gegen Mobbing. Auch für einen besseren Alltag im Krankenhaus setzt sie sich ein.

Extra für sie wurde im Élysée-Palast ein «Statut der Gattin des Staatschefs» geschaffen, um mit Amtsantritt von Emmanuel Macron 2017 Klarheit über ihre Rolle herzustellen. Zuvor hatte es ein solches Dokument nicht gegeben. Brigitte repräsentiert demnach ebenfalls Frankreich, unterstützt kulturelle und karitative Veranstaltungen, wacht über Empfänge im Élysée und ist im Austausch mit der Bevölkerung. Ein eigenes Budget hat sie für all das nicht. Ihr stehen allerdings zwei Berater und ein Sekretariat zur Verfügung.

«Fühle mich nicht als Première Dame»

Landläufig wird Brigitte auch als «Première Dame» bezeichnet - wohl zum Missfallen der Sprachlehrerin. «Ich fühle mich nicht als Première Dame. Das ist die Übersetzung eines amerikanischen Ausdrucks, eine Umschreibung, an der mir nichts gefällt», sagte sie vor Jahren dem Magazin «Elle». «Ich fühle mich weder Erste, noch Letzte, noch Dame. Ich bin Brigitte Macron.»

Auch wenn sie ihren Mann in seinen Präsidentschaftswahlkämpfen tüchtig unterstützte, ihn öffentlich verteidigt und mit dem Staatschef auf internationalem Parkett unterwegs ist, sagte Brigitte laut «Gala» erst kürzlich: «Ich habe keine Lust auf Scheinwerferlicht. Die habe ich nie gehabt.»

Sprachlehrerin lernt Emmanuel im Theaterworkshop kennen

1953 im nordfranzösischen Amiens als jüngste von sechs Kindern geboren, wächst Brigitte Marie-Claude Trogneux in einem katholischen Umfeld auf. Mit 21 Jahren heiratet sie den Bankier André-Louis Auzière. Die beiden bekommen drei Kinder. Zeitweise lebt die Frau aus der Chocolatiers-Familie im Elsass. Sie wird Lehrerin und lehrt an mehreren Privatschulen Französisch und Latein, unter anderem in Straßburg. Schon in ihren frühen Jahren hegt sie ein gewisses Interesse an Politik und steht 1989 im elsässischen Truchtersheim auf einer Liste für die Kommunalwahl, wie der Sender France 3 berichtet.

Als Macron nach Amiens zurückgekehrt an ihrer Schule einen Theaterworkshop gibt, lernt sie ihren späteren Partner kennen, für den sie ihren Mann verlassen wird. Der jugendliche Emmanuel spielt in einem mittlerweile unvergessen gewordenen Stück eine Vogelscheuche, bevor die zwei gemeinsam ein weiteres Stück adaptieren. Die Arbeit daran habe eine unglaubliche Nähe geschaffen, verriet Brigitte Macron der Zeitschrift «Paris Match». Später kommt das Paar mit einem Altersunterschied von 24 Jahren zusammen. 2007 geben sie sich das Ja-Wort. «Unmöglich, ihm zu widerstehen», fasst Brigitte es zusammen.

Mit Öffentlichkeit kommen auch Häme und Kritik

Als der junge Investmentbänker 2012 in die Politik geht, beginnt mit der großen Aufmerksamkeit auch ein mitunter harscher Wind Brigitte entgegenzuwehen. Immer wieder ist der Altersunterschied der beiden Thema. Zunächst nehmen die Franzosen sie vor allem als kultiviert und elegant wahr. Innerhalb der ersten Amtszeit von Macron nimmt Brigittes Beliebtheit ab.

Mittlerweile machen auch seit Jahren krude Verschwörungserzählungen über die Geschlechtsidentität der Première Dame die Runde. Immer wieder ist Brigitte Macron online das Ziel von Angriffen. Mehrere Menschen mussten sich bereits wegen Cybermobbing verantworten. In den USA läuft eine Verleumdungsklage der Macrons gegen eine Influencerin.

Gefundenes Fressen für Häme über Brigitte und Kritik an Macron war da auch ein Video von der Ankunft der beiden im Mai in Vietnam. Die Tür des Fliegers öffnet sich und die Hand von Brigitte landet in Emmanuel Macrons Gesicht. Rasend verbreitete sich online das Gerücht, Brigitte habe ihren Gatten geschlagen. «Mehr brauchte es nicht, um den Verschwörungserzählern Stoff zu geben», hieß es aus dem Umfeld des Präsidenten, das den Vorfall als Klamauk wertete.

«Werde ein Leben danach haben»

Während Brigitte bei offiziellen Terminen teils sehr ernst wirkt, gibt Macrons Hoffotografin Soazig de La Moissonnière auch Einblick in private Momente. Da sehen wir etwa, wie Brigitte sich von hinten an ihren Ehemann schmiegt - Fotos, die Fans gerne weiterverbreiten.

Für Emmanuel Macron endet die zweite Amtszeit in anderthalb Jahren. Bei der Wahl 2027 kann er nicht erneut antreten. Für Brigitte verspricht das auch etwas mehr Ruhe. «Ich hatte ein Leben davor und ich werde ein Leben danach haben und das ist sehr gut so», zitierte sie jüngst die «Gala».

Leute / Staatsoberhaupt / Gesellschaft / Frankreich / Porträt
11.12.2025 · 14:25 Uhr
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