Breite Ablehnung des Verbrenner-Verbots ab 2035: Umfrage zeigt Widerstand in Deutschland
Eine aktuelle Umfrage von YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur verdeutlicht die ablehnende Haltung der deutschen Bevölkerung gegenüber dem geplanten Verbot von neuen Verbrennungsmotoren in Europa ab dem Jahr 2035. 44 Prozent der Befragten fordern von der Bundesregierung, gegen dieses Verbot vorzugehen. Lediglich ein Viertel der Deutschen spricht sich für die Einführung dieser Regelung im Jahr 2035 aus, während 19 Prozent eine Verschiebung der Maßnahme favorisieren. Diese repräsentativen Ergebnisse basieren auf den Antworten von 2.057 Wahlberechtigten, die zwischen dem 12. und 15. September 2025 befragt wurden.
Der Beschluss über das Aus für neue Benzin- und Dieselautos in der EU zielt darauf ab, die CO2-Emissionen im Verkehrssektor drastisch zu senken. Doch gerade in Deutschland formiert sich Widerstand gegen die Entscheidung von 2022: Einflussreiche Stimmen aus den Unionsparteien und der Wirtschaft fordern, den EU-Beschluss zu überdenken. Auch Olaf Lies, Niedersachsens Ministerpräsident von der SPD, plädiert für eine Abkehr vom Verbrenner-Verbot. Überraschenderweise zeigt die Umfrage, dass nur Anhänger der Grünen und Linken das Vorhaben mehrheitlich unterstützen, während AfD-Wähler die schärfste Ablehnung äußern.
Ein weiterer Aspekt der Erhebung offenbart, dass 60 Prozent der Befragten befürchten, Klimaschutzmaßnahmen könnten das Leben in Deutschland teurer machen. Lediglich 17 Prozent sehen darin eine Möglichkeit, die Lebenshaltungskosten langfristig zu senken, während 13 Prozent keine Auswirkungen erwarten. Trotz dieser Bedenken wünschen sich 36 Prozent der Deutschen mehr Engagement der Regierung im Bereich Klimaschutz, während 29 Prozent mit dem gegenwärtigen Kurs zufrieden sind.
Unterdessen zeigt sich, dass die Erderwärmung um 1,6 Grad über dem vorindustriellen Niveau liegt, wie jüngste EU-Zahlen aufzeigen. Angesichts dieser Entwicklung erscheint das im Pariser Klimaabkommen vereinbarte Ziel, die Erwärmung auf möglichst 1,5 Grad zu begrenzen, immer unrealistischer zu werden.

