BP verkauft Mehrheit an Castrol: Neue strategische Ausrichtung nimmt Form an
Der britische Energieriese BP hat angekündigt, den Großteil seiner Anteile am Schmierstoffproduzenten Castrol an den US-Investor Stonepeak Partners für 6 Milliarden Dollar zu veräußern. Teil der Transaktion sind Vorauszahlungen für zukünftige Dividenden des bei BP verbleibenden Anteils von 35 Prozent. Der Verkaufspreis blieb hinter den bisherigen Erwartungen zurück, was sich in einem leichten Rückgang des Aktienkurses nach zunächst starkem Handelsstart widerspiegelte.
Bereits im Februar kündigte BP eine strategische Überprüfung der Castrol-Beteiligung an, da diese nur unzureichend in den Gesamtkonzern integriert war. Die Erlöse aus dem Verkauf sollen zur Stärkung der finanziellen Basis von BP verwendet werden. Dies ist Teil der im gleichen Monat angekündigten Initiative zur Verschlankung des Geschäftsportfolios, die bis 2027 den Verkauf von Unternehmensbereichen im Wert von 20 Milliarden Dollar vorsieht.
Kürzlich stimmte BP auch einem Deal mit der US-Investmentfirma Sixth Street zu, die Anteile am US-Öl- und Gasgeschäft für 1,5 Milliarden Dollar übernimmt; BP zieht sich dabei aus zwei Midstream-Anlagen zurück. Diese Verkaufsmaßnahmen sind wesentliche Komponenten eines umfassenderen Strategiewechsels, den CEO Murray Auchincloss in diesem Jahr angekündigt hat. BP kehrt nun zurück zu seinen Wurzeln im Bereich Öl und Gas, während Investitionen in alternative Energien erheblich reduziert werden.

