Boohoo steht vor finanziellen Herausforderungen: Zahlungsausfälle bei Lieferanten
Die Modekette Boohoo, die nun unter dem Namen Debenhams firmiert, hat einigen ihrer Lieferanten mitgeteilt, dass sie mit Zahlungen in Verzug sei. In einer E-Mail, die The Telegraph eingesehen hat, bat das Unternehmen Zulieferer, Informationen darüber zu geben, wie viele Waren sie im September liefern können, ohne dass sie sofort bezahlt werden. Diese potenziellen Verzögerungen bei den Zahlungen folgen nur wenige Monate nach Berichten, dass Kunden bis zu einem Monat auf Rückerstattungen für zurückgesendete Waren warten mussten.
Boohoo hatte zuvor eingeräumt, dass Rückerstattungen langsamer als gewöhnlich abgewickelt wurden, jedoch keine Erklärung dafür abgegeben.
Im vergangenen Monat hat Boohoo eine neue Kreditlinie über 175 Millionen Pfund abgeschlossen, die eigentlich für finanzielle Stabilität sorgen sollte. Allerdings stieß diese Vereinbarung auf Kritik durch Frasers Group, unter der Führung von Mike Ashley, einem der Hauptanteilseigner. Diese war der Meinung, das Abkommen entziehe Boohoo Geld, da die Finanzierung zu einem untypisch hohen Zinssatz vereinbart wurde.
Das Unternehmen steht unter wachsendem finanziellem Druck, da die Jahresverluste von 160 Millionen auf 348 Millionen Pfund gestiegen sind. Auch der Umsatz verzeichnete einen Rückgang von fast einem Fünftel auf 790 Millionen Pfund. Analysten von Shore Capital bezeichneten Boohoo als 'stark eingeschränkt' angesichts dieses finanziellen Engpasses.
Spannungen mit Zulieferern sind für Boohoo kein neues Thema. Mahmud Kamani, Mitbegründer von Boohoo, hatte 2020 Verbesserungen versprochen, nachdem das Unternehmen wegen schlechter Arbeitsbedingungen in der Kritik stand. Weitere Spannungen entstanden 2023, als Boohoo beschuldigt wurde, Lieferanten unter Druck zu setzen, die Preise zu senken, was mit den gestiegenen Rohstoffkosten begründet wurde.
Ein Sprecher von Boohoo erklärte, dass eine kleinere Markenabteilung des Unternehmens eine E-Mail an eine begrenzte Anzahl von Lieferanten verschickt habe, um die Kapazitätsplanung zu besprechen.

