Börsenturbulenzen trotz Baustelle Washington: Deutsche Aktienmärkte im Fokus
Die Unsicherheiten rund um einen möglichen "Shutdown" in den Vereinigten Staaten trübten am deutschen Aktienmarkt die Stimmung. Der Dax sank leicht auf 23.737 Punkte und steht damit vor dem ersten Quartalsrückgang seit vier aufeinanderfolgenden Anstiegen. Im Gegensatz dazu verzeichnete der MDax der mittelgroßen Unternehmen einen Anstieg um 0,10 Prozent auf 30.148 Zähler, während der EuroStoxx 50 um 0,15 Prozent nachgab.
In den USA verlor die Wall Street am Montag an Schwung, da das Gespenst eines Regierungsstillstands die Investoren in Unruhe versetzte. Einigung im US-Kongress ist notwendig, um einen solchen Shutdown zu verhindern und den Geldfluss sicherzustellen. Die Demokraten sind dabei entscheidende Stimmen. Jede Woche einer solchen Haushaltssperre könnte 0,2 Prozentpunkte des Wirtschaftswachstums kosten, wie Anlagestratege Stephen Innes von SPI Asset Management anmerkte. Er verglich die aktuelle Situation mit einem Flugzeug im Blindflug, das bei den Passagieren Unruhe auslöst.
Experten wie Jochen Stanzl von CMC Markets warnen vor Unsicherheiten, während die Nachfrage nach Gold als sicherem Hafen steigt. Dagegen betrachtet der IG-Marktanalyst Christian Henke den Einfluss eines Shutdowns auf die Börsen als begrenzt.
Unter den Unternehmen stand Hornbach Holding im Rampenlicht. Obwohl das Unternehmen im zweiten Geschäftsquartal Umsatzzuwächse verzeichnete, belasteten steigende Personalkosten das Ergebnis, was die Aktien um mehr als fünf Prozent im SDax fallen ließ. Im MDax hingegen führte Puma die Gewinnerliste an, beflügelt durch die geänderte Einschätzung von Exane BNP Paribas. Analyst Warwick Okines sieht Chancen auf einen Turnaround oder gar ein Übernahmeinteresse.
Auto1 erzielte ebenfalls Zugewinne, nachdem der Gebrauchtwagenhändler seine Aufbereitungskapazitäten europaweit erweiterte. Anders erging es den Lufthansa-Aktien, die weiter nachgaben. Ambitionierte Pläne sorgten zwar kurzzeitig für Kursgewinne, aber ein drohender Pilotenstreik belastet die Stimmung. Analyst Harry Gowers von JPMorgan prognostiziert eine ein- bis zweijährige Phase mit geringen Barmittelzuflüssen.

