Investmentweek

Börsenschock in Fernost – Asiens Absturz

07. April 2025, 11:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Tokio verliert zweistellig, China rutscht ab, und die Panik breitet sich aus: Trumps globale Zolloffensive hat die asiatischen Märkte ins Chaos gestürzt. Eine neue Finanzkrise ist nicht mehr ausgeschlossen.

Tokio fällt – und mit ihm die Illusion der Stabilität

Montagmorgen, 9 Uhr Ortszeit in Tokio: Die elektronische Anzeigetafel im Börsensaal glüht rot. Der Nikkei 225 verliert in den ersten 25 Minuten mehr als acht Prozent. Der breitere Topix sogar über zehn.

Eine Kurslawine, wie sie Japan zuletzt zur Zeit der Corona-Panik gesehen hat. Nur dass diesmal keine Pandemie tobt – sondern Politik. Genauer gesagt: Wirtschaftspolitik aus Washington.

Trump entfesselt einen Zollhammer

Was die Märkte erschüttert, ist kein externer Schock, sondern eine selbstgemachte Krise. US-Präsident Donald Trump kündigt an, ab dem 9. April pauschale Importzölle von mindestens zehn Prozent zu erheben – auf Waren aus aller Welt. Japan soll mit 24 Prozent besonders hart getroffen werden.

Die Europäische Union drohen 20 Prozent. China antwortet prompt mit Gegenzöllen von 34 Prozent auf US-Importe. Die Börsen reagieren nicht mit Skepsis, sondern mit Panik.

Asien im freien Fall

Während Tokio blutet, reißt die Abwärtsspirale auch andere Börsen mit: Der Hang-Seng-Index in Hongkong verliert im Tagesverlauf über zehn Prozent, der chinesische CSI 300 stürzt um mehr als sechs Prozent ab.

In Australien, Korea, Singapur: überall tiefrote Zahlen. Der Handelskrieg ist längst kein bilateraler Konflikt mehr – er trifft ganze Volkswirtschaften im Mark.

Hang-Seng unter Druck: Der Index in Hongkong fällt um über zehn Prozent – Investoren ziehen Kapital panisch ab.

Ein Schlag für die Exportnationen

Besonders betroffen sind klassische Exportländer. Für Japan, das über 60 Prozent seiner Wirtschaftsleistung über Außenhandel erzielt, ist Trumps Zolloffensive eine wirtschaftspolitische Atombombe.

Analysten der Nikkei schätzen, dass allein ein 24-Prozent-Zoll auf japanische Produkte die Gewinne der Top-225-Unternehmen um rund sieben Prozent schmälern könnte.

Und das wäre nur der direkte Effekt – Währungsschwankungen, Investitionszurückhaltung und geopolitische Unsicherheit noch nicht eingerechnet.

Notfallprogramme statt Wachstumspolitik

Premierminister Shigeru Ishiba spricht offen von einer „nationalen Krise“. Seine Regierung schnürt eilig Rettungspakete: Überbrückungskredite für Unternehmen, Krisensitzungen mit Zentralbank und Wirtschaftsministerium, die Prüfung eines Nachtragshaushalts. Gleichzeitig bemüht sich Tokio um diplomatische Schadensbegrenzung – ob Trump jedoch zu Gesprächen bereit ist, bleibt unklar.

Renditeschock an den Anleihemärkten

Auch der Anleihemarkt schlägt Alarm. Die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen fällt in nur fünf Tagen um fast einen halben Prozentpunkt. Investoren flüchten in sichere Häfen – ein Reflex, den viele noch aus 2008 kennen.

Auch in den USA steigen die Risikoaufschläge für Hochzinsanleihen auf über 400 Basispunkte. Die Nomura Bank warnt vor einem drohenden Kreditengpass. Die Angst vor einer systemischen Schieflage kehrt zurück.

Die Fed in der Zwickmühle

Was kann die US-Notenbank tun? Nomura-Stratege Naka Matsuzawa ist skeptisch. Während der ersten Amtszeit Trumps habe die Fed durch schnelle Zinssenkungen schlimmere Verwerfungen verhindern können.

Doch diesmal sei der Zollumfang größer, die Märkte nervöser, die Inflation höher. Eine einfache Wiederholung früherer Rezepte dürfte nicht reichen. Und: Mit Zinssenkungen gegen Zölle anzukämpfen, könnte sich als stumpfes Schwert erweisen.

Ein Index spricht Bände

Ein Blick auf den „Fear Index“ CBOE VIX genügt, um die Stimmung einzuordnen: Mit über 45 Punkten liegt er auf dem dritthöchsten Stand der letzten 20 Jahre – übertroffen nur von der Lehman-Krise 2008 und dem Corona-Crash 2020. In der Sprache der Börse heißt das: Niemand weiß, wie schlimm es noch wird.

Das Währungsdilemma

Der Yen hat gegenüber dem Dollar binnen weniger Tage um fünf Prozent zugelegt. Was auf den ersten Blick nach Stärke aussieht, ist für die japanische Exportwirtschaft Gift.

Denn je teurer der Yen, desto weniger wettbewerbsfähig die Industrie. Und: Gewinne aus dem Ausland fallen bei der Umrechnung in Yen geringer aus. Ein doppelter Verlust für Konzerne wie Toyota, Sony und Mitsubishi.

Das Szenario, das niemand will

Rechnen wir durch: Sollte das Kurs-Gewinn-Verhältnis im Nikkei auf 12,5 fallen und die Unternehmensgewinne im Schnitt um zehn Prozent sinken, steht der Index bald bei 27.000 Punkten – ein weiteres Minus von zehn Prozent.

Und das wäre nur die ökonomische Reaktion. Politisch und gesellschaftlich droht eine neue Debatte über protektionistische Politik, Abkopplung der Märkte und den Rückzug ins Nationale.

Finanzen / Börse
[InvestmentWeek] · 07.04.2025 · 11:00 Uhr
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