Börsenboom dank Zinsfantasien: US-Märkte heben ab
Der US-Arbeitsmarkt sendet gemischte Signale, doch die Aussicht auf mögliche Zinssenkungen durch die Fed beflügelt die US-Börsen zum Jahresauftakt. Der S&P 500 markierte ein neues Rekordhoch und schloss mit einem Plus von 0,65 Prozent bei 6.966,28 Punkten. Auch der Dow Jones Industrial verzeichnete ein solides Plus von 0,48 Prozent auf 49.504,07 Punkte, wenngleich er seinen Rekord vom Mittwoch nicht erreichte. Der starke Start in das Jahr 2026 mit einem Anstieg von 2,3 Prozent in der ersten Börsenwoche lässt aufhorchen.
Die gemischte Arbeitsmarktlage in den USA zeigt einen schwächeren Beschäftigungszuwachs als prognostiziert, kombiniert mit einem leichten Rückgang der Arbeitslosenquote. Diese Konstellation könnte den Druck auf die Fed erhöhen, die Zinsen zu senken, um die konjunkturelle Entwicklung zu stützen. Chefökonom James Knightley von der Bank ING warnt vor zunehmender Arbeitsplatzunsicherheit, da viele Wirtschaftssektoren Stellenabbau betrieben. Die Fed sei nun gefordert, mehr Wirtschaftsunterstützung zu leisten.
An der Nasdaq legte der Nasdaq 100 mit einem Plus von 1,02 Prozent auf 25.766,26 Zähler kräftig zu. Besonders die Halbleiterbranche profitierte von der Hoffnung auf niedrigere Zinsen. Chip-Titel wie Intel legten um fast 11 Prozent zu, da Investoren in einem Umfeld niedrigerer Zinsen höhere Bewertungen als gerechtfertigt betrachten.
Die Börsenturbulenzen wurden auch von politischen Entscheidungen beeinflusst: Präsident Donald Trump ordnete den Ankauf von Hypothekenanleihen im Wert von 200 Milliarden US-Dollar an, was die Aktien von Hypothekenfinanzierern wie Rocket Companies um fast 10 Prozent und Opendoor Technologies um über 13 Prozent steigen ließ.
Zudem sorgte die Ankündigung einer Übernahme für Aufsehen. Wie die "Financial Times" berichtet, plant Merck & Co den Kauf des Krebsmittelspezialisten Revolution Medicines. Revolution Medicines' Aktien stiegen nochmals um mehr als 10 Prozent, während Merck & Co leicht nachgaben. Der Kaufpreis könnte laut Bericht zwischen 28 und 32 Milliarden Dollar liegen.
General Motors hingegen musste Rückschläge hinnehmen: Abschreibungen auf Elektrofahrzeuge und Umbaukosten in China belasteten die Aktie mit einem Minus von 2,7 Prozent. Im Gegensatz dazu gewann Southwest Airlines 3,7 Prozent, nachdem die US-Bank JPMorgan ihre Bewertung positiv revidierte. Analyst Jamie Baker erwartet, dass der Ausblick der Airline die Markterwartungen für das Jahr 2026 übertreffen könnte.

