Börsen an der Wall Street im Bann der Gewinnmitnahmen
Die Finanzmärkte in den USA setzen ihren jüngsten Trend fort: Zum dritten Mal in Serie fielen die Kurse an den Börsen, was vorwiegend auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen ist. Der Dow Jones Industrial verlor 0,38 Prozent und schloss bei 45.947,32 Punkten. Auch der S&P 500 musste Verluste von 0,50 Prozent auf 6.604,72 Punkte hinnehmen, während der Nasdaq 100 um 0,43 Prozent auf 24.397,31 Punkte nachgab. Analysten der Commerzbank sehen in den Rückgängen eine Verschnaufpause nach der jüngsten Rekordrally. Noch vor Veröffentlichung der PCE-Inflationsdaten, einer zentralen Kenngröße für die US-Notenbank Fed, herrscht Zurückhaltung unter den Investoren. Helaba-Volkswirt Ulrich Wortberg argumentierte, dass starke Wirtschaftsdaten aus den Bereichen Arbeit, Immobilien und Industrie sowohl die Konjunktursorgen mildern als auch die Hoffnung auf Zinssenkungen dämpfen. Jerome Powell, der Vorsitzende der US-Notenbank, hat kürzlich betont, dass es keine risikolose Strategie für die aktuelle Geldpolitik gibt. Laut UBS-Analysten steht die Fed vor der Herausforderung, zwischen Inflationsgefahren und einem schwächeren Arbeitsmarkt zu balancieren.
Anleger sollten dennoch nicht resignieren, da in verschiedenen Anlageklassen, insbesondere bei Aktien, trotz alledem lukrative Chancen bestehen. Dies wird durch die steigenden Investitionen in Künstliche Intelligenz zusätzlich beflügelt. Chiphersteller Intel scheint in diesem Kontext an Bedeutung zu gewinnen. Auf der Suche nach strategischen Partnerschaften hatte das Unternehmen bereits Zusagen von Nvidia erhalten und soll Bloomberg zufolge nun auch Apple für eine Kooperation gewinnen wollen. Diese Entwicklungen verhalfen der Intel-Aktie zu einem bemerkenswerten Anstieg von 8,9 Prozent, dem höchsten Stand seit Juli 2024. Lithium Americas setzte ebenfalls seine beeindruckende Kursrally fort, die von Spekulationen einer möglichen Beteiligung der US-Regierung befeuert wurde. Der Kursanstieg belief sich auf 23 Prozent und knüpfte an die Verdoppelung der Vortage an. Negativen Developments war Tesla ausgesetzt, dessen Aktien durch schwache EU-Zulassungszahlen im August unter Druck gerieten und um 4,4 Prozent fielen. Gleichfalls büßte Oracle 5,6 Prozent ein, nachdem Rothschild & Co die Aktie mit einer Verkaufsempfehlung versehen hatte. Der Markt überschätze den Wert der Cloud-Einnahmen des Softwareanbieters, hieß es.
Derweil hebt der deutsche Sandalenhersteller Birkenstock seine Umsatzerwartungen aufgrund starker Nachfrage an und plant eine neue Produktionsstätte in Dresden. Trotzdem sank der Kurs der in New York notierten Aktien um ein Prozent. Ebenfalls schwächelnd präsentierte sich CarMax mit einem Kursrückgang von 20 Prozent auf das tiefste Niveau seit Beginn der Pandemie. Die Umsatzverluste resultierten aus einer rückläufigen Nachfrage, nachdem zuvor ein starker Vorzieheffekt zu verzeichnen war.

