Boeing unter Druck: Erneuter Flugzeugabsturz erhöht Druck auf den Flugzeughersteller
Die Aufmerksamkeit auf den angeschlagenen Flugzeughersteller Boeing wächst, nachdem ein 787-Passagierflugzeug in Indien kurz nach dem Start abstürzte. Die Maschine der Air India mit mehr als 240 Personen an Bord verunglückte in der nordwestlichen Stadt Ahmedabad. Es ist der erste tödliche Absturz dieses Flugzeugtyps, der seit 2009 in Betrieb ist.
Im vorbörslichen Handel fielen die Boeing-Aktien um mehr als fünf Prozent. Der Dreamliner 787 ist bekannt für seine ausgiebige Nutzung von Lithium-Ionen-Batterien, die leichter sind und mehr Energie speichern können. In der Vergangenheit gab es jedoch Probleme mit Überhitzung und Feuergefahren, die 2013 die vorübergehende Stilllegung der gesamten 787-Flotte nach sich zogen.
Boeing hatte bereits mit seinem 737-Max-Modell zu kämpfen, das aufgrund von Sensorproblemen zwei Abstürze mit insgesamt 346 Todesopfern verursachte. Nach umfangreichen Systemüberarbeitungen und einer weltweit verhängten, mehrmonatigen Flugverbotsperiode einigte sich das Unternehmen kürzlich mit dem US-Justizministerium, um einer strafrechtlichen Verfolgung zu entgehen.
Zuletzt litt Boeing auch unter finanziellen Problemen: Im Jahr 2024 verbuchte das Unternehmen einen Verlust von 11,8 Milliarden Dollar, was die Gesamtsumme der Verluste seit 2019 auf über 35 Milliarden Dollar ansteigen ließ. Ein Streik der Arbeitnehmer in den Werken in Renton und Everett, Washington, unterband die Produktion und führte zu einem Rückgang der Flugzeugauslieferungen.
Trotz der Rückschläge erhält Boeing weiterhin Aufträge von Fluggesellschaften. Letzten Monat sicherte sich das Unternehmen große Bestellungen von zwei Kunden aus dem Nahen Osten, darunter ein Deal über 96 Milliarden Dollar mit dem Land Katar für den Kauf von 787 und 777X-Flugzeugen.

