Boeing erzielt vorläufige Einigung mit Gewerkschaft ehemaliger Spirit-AeroSystems-Mitarbeiter
Tarifgespräche nach Milliardenübernahme
Die Verhandlungen konnten erst beginnen, nachdem Boeing die Übernahme von Spirit AeroSystems Anfang Dezember für rund 4,7 Milliarden US-Dollar abgeschlossen hatte. Arbeitsrechtliche Vorgaben hatten direkte Gespräche zuvor untersagt. Der Abschluss ist für Boeing von strategischer Bedeutung, da Spirit als zentraler Rumpflieferant eine Schlüsselrolle in der Lieferkette des Konzerns spielt.
Deutlich bessere Konditionen für Beschäftigte
Nach Angaben der SPEEA sieht das ausgehandelte Paket spürbare Verbesserungen bei Löhnen und Sozialleistungen vor. Vereinbart wurden unter anderem:
- eine Erhöhung der Lohnbudgets um insgesamt 20 Prozent über etwa fünf Jahre,
- eine jährliche Aufstockung der Mittel für Beförderungen um 50 Prozent,
- ein einmaliger Bonus von 6.000 US-Dollar bei Ratifizierung,
- ein Arbeitgeberzuschuss zur Altersvorsorge von zehn Prozent ab 2027,
- sowie verbesserte Kranken- und Zahnversicherungen und mehr Urlaubstage.
„Das Angebot bringt uns bessere medizinische Leistungen, mehr Freizeit und eine solide Grundlage für künftige Gehaltssteigerungen“, sagte James Hatfield, Vorsitzender des Verhandlungsteams.
Zustimmungsempfehlung und Zeitplan
Auch Boeing zeigte sich zufrieden. Ein Konzernsprecher erklärte, man freue sich über die einhellige Unterstützung des Verhandlungskomitees und sehe in dem Paket einen fairen Ausgleich zwischen Wettbewerbsfähigkeit und attraktiven Arbeitsbedingungen. Die Mitarbeiter werden aufgerufen, dem Vertrag zuzustimmen.
Die Abstimmung der Gewerkschaftsmitglieder läuft bis zum 30. Januar. Der derzeit gültige Tarifvertrag endet am 31. Januar 2026. Anfang Januar waren die Gespräche zeitweise ins Stocken geraten, nachdem Gewerkschaftsvertreter dem Unternehmen mangelnde Vorbereitung vorgeworfen hatten. Mit der nun erzielten Einigung scheint ein Arbeitskampf jedoch vorerst abgewendet.


