Bitwise-Experte Matt Hougan: Strategys Einfluss auf Bitcoin schwindet

Michael Saylors Unternehmen Strategy war lange Zeit eine treibende Kraft hinter dem Bitcoin-Kauf durch Unternehmen. Doch dieser Einfluss könnte sich in Zukunft verringern, so Matt Hougan, Chief Investment Officer bei Bitwise.
Neue Käuferwelle für Bitcoin
In seiner jüngsten Marktanalyse erklärte Hougan, dass sich die Rolle von Strategy im Bitcoin-Markt verändert hat, nachdem das Unternehmen ein neues Rahmenwerk für STRC eingeführt hat. Dieses erlaubt es, Bitcoin periodisch zu verkaufen, um Dividendenverpflichtungen zu finanzieren. Hougan erwartet zwar nicht, dass Strategy zu einem großen Bitcoin-Verkäufer wird, jedoch könnte das Unternehmen nun je nach Marktlage kaufen oder verkaufen, anstatt konstant als Nachfragetreiber zu agieren.
Es gibt keinen Mechanismus, der Strategy zwingt, mehr als einige Milliarden Dollar an Bitcoin jährlich zu verkaufen. Sollte sich der Bitcoin-Preis erholen, erwartet Hougan, dass das Unternehmen weiterhin ein Netto-Käufer bleibt. Dennoch wird Strategy voraussichtlich nicht mehr den gleichen Markteinfluss haben wie im vorherigen Zyklus.
Stattdessen rechnet Hougan damit, dass institutionelle Investoren die Hauptrolle bei der Bitcoin-Akkumulation übernehmen werden. Historisch gesehen hat sich die Marktführerschaft bei Bitcoin immer wieder zwischen verschiedenen Käufergruppen verschoben, von Cypherpunks über asiatische Investoren und US-Retail-Teilnehmer bis hin zu Grayscale Investments und zuletzt Strategy.
Der Bitwise-CIO glaubt, dass die nächste Phase von Institutionen mit erheblich größeren Kapitalpools angeführt wird. Dazu gehören globale Banken, Vermögensverwalter, Pensionsfonds, Stiftungen, Staatsfonds und Finanzberater. Dieser Übergang hat laut Hougan bereits begonnen.
Beispiele hierfür sind Morgan Stanley, das eigene Bitcoin-ETFs eingeführt hat, und Wells Fargo, das BTC-Exposition in Modellportfolios aufgenommen hat. Texas wurde der erste US-Bundesstaat, der eine strategische Bitcoin-Reserve finanziert, während mehrere Staatsfonds und -banken entweder bereits Bitcoin halten oder eine Allokation prüfen.
Trotz Abflüssen bei Bitcoin-ETFs im Jahr 2026 haben diese Produkte seit ihrer Einführung im Jahr 2024 mehr als $50 Milliarden angezogen und sind nun auf den meisten großen Plattformen für Finanzberater verfügbar.
Strategys Verlangsamung könnte Bitcoin zugutekommen
Eine Verlangsamung der Bitcoin-Käufe durch Strategy muss nicht zwangsläufig negativ für den Markt sein, so Tim Sun, Senior Researcher bei der HashKey Group. Sollte das Unternehmen gezwungen sein, seine Akkumulation zu verlangsamen oder zu pausieren, könnte dies helfen, die durch das finanzierungsgetriebene Kaufmodell verursachte Verzerrung von Angebot und Nachfrage abzubauen.
Anstatt stark auf die Käufe von Strategy und ETF-Zuflüsse angewiesen zu sein, hätte Bitcoin die Möglichkeit, einen stärkeren Preisboden auf Basis echter Marktnachfrage zu etablieren, was Sun als gesündere Marktstruktur betrachtet.

