Bitcoin übersteigt $69.000, während sich Wall Street stabilisiert und ETF-Gelder zurückkehren

Bitcoin erreichte am Mittwoch mit $69.550 seinen höchsten Stand seit über einer Woche, nachdem er in weniger als einem Tag von etwa $62.350 stark angestiegen war. Dieser Anstieg erfolgte parallel zu einer Erholung der US-Aktienmärkte, die Anleger dazu veranlasste, wieder einzusteigen.
Rückkehr von ETF-Geldern nach fünf Wochen Abflüssen
Ein deutliches Zeichen für das wiedergewonnene Vertrauen kam aus dem Markt für börsengehandelte Bitcoin-Fonds (ETFs). Berichten zufolge zogen in den USA gelistete Bitcoin-ETFs am Dienstag $257,7 Millionen an einem einzigen Tag an — eine bemerkenswerte Wende nach fünf aufeinanderfolgenden Wochen von Abflüssen, die rund $4 Milliarden aus diesen Fonds abgezogen hatten.
Fidelity konnte etwa $83 Millionen dieses Betrags anziehen, während BlackRocks iShares Bitcoin Trust fast $79 Millionen verbuchte. Die Rückkehr institutioneller Käufe befeuerte eine bereits im Aufbau befindliche Rally, die durch ein ruhigeres makroökonomisches Umfeld unterstützt wurde.
Die Erholung des breiteren Aktienmarktes war teilweise mit der Rede zur Lage der Nation von US-Präsident Donald Trump am Dienstagabend verbunden, in der er sein erstes Amtsjahr als wirtschaftlichen Erfolg beschrieb. Er verwies auf fallende Hypothekenzinsen und einen Rückgang der Kerninflation um 1,7% in den letzten drei Monaten des Jahres 2025. Die Märkte interpretierten die Rede als Zeichen dafür, dass sich die in den letzten Monaten beobachtete politische Unsicherheit — insbesondere in Bezug auf Zölle und Gerichtsverfahren — beruhigen könnte.
Spotkäufer, nicht Spekulanten, treiben diese Rally an
Was diese Preisbewegung besonders macht, sind die zugrunde liegenden Daten. Berichte zeigen, dass das aggregierte Open Interest von Bitcoin — ein Maß für ausstehende Futures-Positionen — tatsächlich zurückgegangen ist, obwohl die Preise gestiegen sind.
Es fiel von über 240.000 BTC zu Beginn der Woche auf etwa 235.167 BTC. Dieser Rückgang deutet darauf hin, dass Händler mit geliehenem Geld Positionen schlossen, anstatt neue zu eröffnen.
Auch die Finanzierungsraten erzählen eine ähnliche Geschichte. Sie bleiben leicht negativ bei etwa -0,0037%, was bedeutet, dass Leerverkäufer derzeit Gebühren an Händler zahlen, die auf höhere Preise setzen. Dies ist ein ungewöhnliches Szenario während einer starken Rally und deutet auf einen Markt hin, in dem aggressive Spekulationen eher unterdrückt als verstärkt wurden.
Der kumulative Volumendelta — der verfolgt, ob Käufer oder Verkäufer auf den Spotmärkten aggressiver sind — steigt an, was bestätigt, dass echte Kaufaktivitäten die Bewegung antreiben.
Laut Marktexperten spielen auch Dynamiken des Optionsmarktes eine Rolle. Händler, die eine sogenannte positive Gamma-Position halten, neigen dazu, bei Preisrückgängen zu kaufen und bei Preissteigerungen zu verkaufen, als Teil routinemäßiger Absicherungen. Dieses Verhalten wirkt als natürlicher Stoßdämpfer, der große Schwankungen ausgleicht und explosive Ausbrüche in beide Richtungen erschwert.

