Bitcoin steht vor Herausforderungen ohne makroökonomische Unterstützung

Bitcoin-Investoren, die auf eine makroökonomische Rettung hoffen, könnten enttäuscht werden. Laut der Makroanalystin Lyn Alden wird die nächste geldpolitische Wende eher einem langsamen Anstieg der Bilanzsumme ähneln, anstatt einer massiven Geldschöpfung, die in der Vergangenheit risikoreiche Anlagen beflügelt hat. Bitcoin muss sich daher auf seine eigenen fundamentalen Stärken und seine narrative Anziehungskraft stützen.
Alden beschreibt den aktuellen Zyklus als ungewöhnlich enttäuschend, nicht nur in Bezug auf die Preisentwicklung, sondern auch hinsichtlich der Marktteilnahme. Sie stellt fest, dass die Stimmung schlechter ist als 2022, was sie auf das Fehlen von Einzelhandelsinvestitionen, einer Altcoin-Saison und einer allgemeinen Erschöpfung der Krypto-Narrative zurückführt. Bitcoin erreichte einen Höchststand von $126.000, was unter Aldens Erwartungen für einen zufriedenstellenden Zyklus liegt.
Die Analystin betont, dass nicht jeder Rückgang an den Aktienmärkten die US-Notenbank zu einer Intervention zwingt. Die Fed konzentriert sich hauptsächlich auf die Liquidität des Anleihemarktes und des Interbankenmarktes. Selbst ein Rückgang der Aktien um 10, 20 oder 30 Prozent ist kein ausreichender Auslöser für eine massive Geldschöpfung.
Fed-Chef Jerome Powell hat angedeutet, dass die Bilanz der Fed langsam um etwa 40 Milliarden Dollar in kurzfristigen Staatsanleihen erweitert wird. Alden sieht keinen Bedarf für eine drastische geldpolitische Maßnahme, da die aktuellen Bedingungen dies nicht erfordern. Die Banken sind derzeit nicht so stark verschuldet, dass eine große Geldschöpfung notwendig wäre.
Bitcoin muss um Aufmerksamkeit kämpfen
In Aldens Analyse unterstützt eine schrittweise Bilanzausweitung Bitcoin, ist aber nicht entscheidend. Derzeit gibt es keine Notlage, die eine massive geldpolitische Unterstützung rechtfertigen würde. Bitcoin muss sich daher auf seine eigenen Vorzüge stützen, um Investoren anzuziehen. Es konkurriert mit anderen Anlageklassen wie Nvidia-Aktien und Edelmetallen um die Aufmerksamkeit der Investoren.
Der aktuelle Zyklus ist durch eine mäßige Nachfrage und einen Kapitalmarkt geprägt, in dem KI-verbundene Aktien und Edelmetalle um die Aufmerksamkeit der Anleger konkurrieren. Institutionelle Investoren und vermögende Privatkunden, unterstützt durch ETFs, sind die Hauptakteure auf dem Markt.
Alden sieht die Ursache für die begrenzte Aufwärtsbewegung nicht in Derivaten und ETFs, sondern in der unzureichenden Nachfrage, um den nun größeren und liquideren Markt zu überwältigen. Sie erwartet, dass sich der Markt stabilisiert, wenn kurzfristige Investoren aussteigen und die Coins in festeren Händen landen. Ein marginaler Anstieg der Nachfrage könnte dann ausreichen, um die Dynamik wiederzubeleben.
Derzeit liegt der Bitcoin-Kurs bei $67.556. Alden warnt davor, dass dieser Zyklus nicht durch geldpolitische Maßnahmen gerettet wird. Wenn Bitcoin sich behaupten will, wird es darauf ankommen, ob genügend Investoren weiterhin an unverwässerbare, selbstverwahrte Ersparnisse interessiert sind, auch wenn andere Anlagen im Rampenlicht stehen.

